Corona-Ausbruch WHO dementiert Telefongespräch mit Chinas Präsident

Die WHO streitet ab, dass ihr Generalsekretär sich im Januar mit Chinas Präsident Xi Jinping über das Coronavirus ausgetauscht hat. Zuvor hatte der SPIEGEL über entsprechende Erkenntnisse des BND berichtet.
WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus

WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus

Foto: Denis Balibouse/ REUTERS

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat am Wochenende einen Bericht dementiert, wonach es in einer frühen Phase der Pandemie ein Telefongespräch zwischen Chinas Präsident Xi Jinping und dem WHO-Generalsekretär Tedros Adhanom Ghebreyesus gegeben haben soll.

Der SPIEGEL hatte am Freitag von entsprechenden Erkenntnissen des Bundesnachrichtendienstes (BND) berichtet. Demnach habe der chinesische Staatschef Tedros am 21. Januar in einem Telefongespräch gedrängt, eine weltweite Pandemie-Warnung zu verzögern. Laut dem BND habe die WHO daraufhin eine weitere Woche stillgehalten. Mindestens vier, wenn nicht sechs Wochen seien laut BND durch die Informationspolitik Pekings in der Bekämpfung des Virus verloren gegangen.

Die WHO dementiert diese Meldung deutlich. Xi und Tedros hätten an jenem Tag nicht gesprochen. Sie hätten außerdem auch "noch nie per Telefon gesprochen", teilte ein WHO-Sprecher mit. "Solche inakkuraten Berichte lenken von den Bemühungen der Welt und der WHO ab, die Covid-19-Pandemie einzudämmen."

Der SPIEGEL hatte im gleichen Zug berichtet, dass der BND an der Behauptung der USA zweifelt, das Coronavirus sei aus einem chinesischen Labor entwichen. Nach Informationen des SPIEGEL hatte der BND in der vergangenen Woche bei allen Partnern des Geheimdienstnetzwerks "Five Eyes", dem neben den USA auch die Dienste von Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland angehören, nach Beweisen für die von der US-Regierung verbreitete Laborthese gefragt. Keiner der Geheimdienste wollte die These bestätigen, die neben US-Präsident Donald Trump vor allem US-Außenminister Mike Pompeo verbreitet.

red