Kampf gegen Corona Frankreich und Österreich streichen weitere Pandemiemaßnahmen

Frankreich schafft alle Coronaregeln ab, obligatorische Tests an den Grenzen bleiben jedoch möglich. Auch Österreich lockert weiter. Dort fällt die Isolationspflicht für Infizierte nun weg.
Coronaschutzmaske (in Wien)

Coronaschutzmaske (in Wien)

Foto: Georg Hochmuth / dpa

Österreich lockert trotz einer derzeit erneut durchlaufenden Infektionswelle seine Coronaregeln. Seit diesem Montag gilt für Infizierte keine Isolationspflicht mehr. Wer positiv auf das Virus getestet ist, sich aber nicht krank fühlt, darf trotzdem das Haus verlassen. Allerdings müssen positiv Getestete eine FFP2-Maske tragen – außer wenn sie im Freien sind und einen Abstand von zwei Metern zu anderen Menschen einhalten können.

Auch Arbeiten mit positivem Coronatest ist demnach möglich, allerdings nur in Berufen, in denen eine Maske getragen werden kann. Selbst zu Veranstaltungen und beispielsweise in Schwimmbäder oder Gaststätten dürfen Infizierte; allerdings müssen sie dabei die ganze Zeit eine Maske tragen – etwas zu essen oder zu trinken ist ausdrücklich nicht gestattet. Dagegen dürfen Alten- und Pflegeheime sowie Gesundheitseinrichtungen und Kindergärten von Infizierten nicht betreten werden – außer, man arbeitet dort.

Angekündigt hatte die Regierung in Wien die Lockerungen bereits in der vergangenen Woche. Die Entscheidung sei gerade auch mit Blick auf die psychischen und sozialen Folgen der Coronakrise gefallen, sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) dazu vor wenigen Tagen. Weltweit hätten Ängste und Depressionen zugenommen. »Wir gehen einfach gut vorbereitet in eine neue Phase der Pandemiebekämpfung«, sagte Rauch. »Wir können die Pandemie nicht wegtesten, nicht wegimpfen und nicht wegabsondern«. Weiterhin gelte eine Meldepflicht, um einen Überblick über das Krankheitsgeschehen zu behalten.

Auflagen für Frankreich-Reisende fallen weg

Rauch verwies auf internationale Vorbilder wie Dänemark, Norwegen, Großbritannien, Spanien und die Schweiz. Dort sei die Isolation ohne größere Folgen teils seit Monaten abgeschafft. An diesem Montag geht Frankreich nun noch einen Schritt weiter – und schafft sämtliche Maßnahmen ab.

Weder in Krankenhäusern noch in ähnlichen Einrichtungen gilt noch eine Maskenpflicht. Das französische Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche aber an alle Franzosen »sehr eindringlich appelliert«, in sensiblen Bereichen weiterhin einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Das Land hatte zuletzt gegen eine siebte Coronawelle gekämpft, in der vergangenen Woche ging die Zahl der Infektionen aber wieder zurück.

Der Wegfall der Pandemiebeschränkungen gilt auch für Frankreich-Reisende. Ein Nachweis über den Coronaimpfschutz, einen Negativtest oder den Genesenenstatus ist seit diesem Montag nicht mehr vorgeschrieben. Die Möglichkeit obligatorischer Coronatests an den Landesgrenzen bleibt allerdings noch bestehen.

Bislang mussten Einreisende entweder vollständig geimpft sein oder einen aktuellen negativen Coronatest vorweisen können, bei Reisenden aus der EU und einigen anderen Ländern wurde auch der Nachweis einer kürzlich überstandenen Infektion akzeptiert. Dies ist nun in der Regel nicht mehr erforderlich. Falls gefährliche Virusvarianten auftreten, kann die Regierung aber anordnen, dass Reisende vor dem Einstieg in ein Flugzeug nach Frankreich einen Negativtest vorlegen müssen.

asc/dpa/AFP
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