Coronaprotest Impfgegner legen offenbar Brand vor Neuseelands Parlament

In Zelten harrten Impfgegnerinnen und Impfgegner fast vier Wochen lang vor dem neuseeländischen Parlament aus. Beim Versuch der Räumung des Camps sind nun Feuer ausgebrochen.
Feuer vor dem Parlament in Wellington, Neuseeland

Feuer vor dem Parlament in Wellington, Neuseeland

Foto: Marty Melville / AFP

Bei einer Demonstration von Impfgegnerinnen und Impfgegnern in Neuseeland sind auf dem gesamten Parlamentsgelände in Wellington Brände ausgebrochen. Es kam zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, wie man sie in Neuseeland selten gesehen hat.

Fast vier Wochen lang hatten Protestierende auf dem Parlamentsgelände in Zelten ausgeharrt. Der Ärger hatte sich zunächst gegen die von der Regierung verhängten temporären Impfpflichten für bestimmte Berufsgruppen gerichtet. Inzwischen sind aber auch Verschwörungstheoretiker, Anhänger der QAnon-Bewegung und Rassisten unter den Protestierenden. Ableger des Protestes gibt es auch in anderen Teilen des Landes.

Am Mittwochmorgen stürmten Hunderte von Polizisten die Besetzung, wie der »Guardian « berichtet. Sie rissen Zelte ab, schleppten Fahrzeuge ab und nahmen 38 Personen fest. Nach Angaben der Polizei setzten die Demonstranten Feuerlöscher, mit Farbe gefüllte Wurfgeschosse, selbst gebaute Sperrholzschilder und Mistgabeln als Waffen ein. Sie spannten auch eine Schnur als Stolperdraht. Auf Videos sah es so aus, als hätten sie die Feuer selbst gelegt.

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Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte im Parlament: »Die Polizei hat erwartet, dass es zu Feindseligkeit, Widerstand und Gewalt kommen würde. Sie hatte das zwar eingeplant, aber es ist etwas ganz anderes, das zu erleben.« Mehrere Polizisten seien verletzt worden, und die Brände hätten unter anderem einen öffentlich zugänglichen Kinderspielplatz auf dem Parlamentsgelände zerstört. »Ich war sowohl wütend als auch zutiefst traurig zu sehen, dass das Parlament, Ihr Parlament, unser Parlament auf diese Weise geschändet wurde«, sagte sie.

»Es gibt Worte, [aber] ich kann sie in diesem Umfeld nicht für das verwenden, was ich heute gesehen habe. Ich fühlte die gleiche Wut, die viele Neuseeländer empfunden hätten, als sie sahen, wie die Leute mit Waffen um sich warfen, die sie in die Hände bekamen – Flüssiggasflaschen, die in die Flammen geworfen wurden ... Pflastersteine, die auf die Polizei geworfen wurden.«

Videoaufnahmen zeigten, wie auf dem Vorplatz des Parlaments mehrere Brände loderten, darunter einer auf einem öffentlichen Spielplatz. Schwarzer Rauch stieg in die Luft und Explosionen waren zu hören, während Sirenen ertönten und die Polizei die Menschen aufforderte, das Gebiet sofort zu verlassen.

mfh
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