Bis zu 300 Millionen Dosen EU schließt Vertrag mit Impfstoffherstellern

Die Europäische Union kann bei den Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer bis zu 300 Millionen Dosen Impfstoff kaufen. Die EU-Kommission segnete formal den Rahmenvertrag mit den beiden Firmen ab.
EU sichert sich vielversprechenden Impfstoff (Symbolbild)

EU sichert sich vielversprechenden Impfstoff (Symbolbild)

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DADO RUVIC / REUTERS

Der Deal der Europäischen Kommission mit den Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer über die Lieferung von bis zu 300 Millionen Corona-Impfstoffdosen ist unter Dach und Fach.

Die Kommission schloss einen Vertrag über den Kauf von zunächst 200 Millionen Impfstoffdosen, wie die beiden Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Der Vertrag sieht zudem wie geplant eine Option auf den Kauf von weiteren 100 Millionen Dosen vor. Die Auslieferung soll voraussichtlich Ende 2020 beginnen, vorbehaltlich des klinischen Erfolgs und der behördlichen Genehmigung des Impfstoffs.

Biontech und Pfizer hatten am Montag als weltweit erste Unternehmen positive Ergebnisse aus einer entscheidenden Studie mit einem Corona-Impfstoff verkündet. Demnach bot ihre Impfung einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Die 90 Prozent beziehen sich vermutlich darauf, wie viele schwere Infektionen der Impfstoff verhindert. Inwiefern er eine Ansteckung mit dem Coronavirus verhindern kann, ist bisher öffentlich unbekannt (lesen Sie hier eine Analyse).

Deutschland und den übrigen EU-Staaten stehen nun Bezugsrechte für den Impfstoff zu, sobald dieser eine Zulassung bekommt. Wann es so weit ist, ist offen. Nach einer EU-Vereinbarung werden künftige Impfstoffe nach Bevölkerungszahl verteilt. Deutschland kann demnach aus diesem Rahmenvertrag mit knapp einem Fünftel der Menge rechnen – rechnerisch bis zu 57 Millionen Einheiten. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte hingegen die Erwartung auf bis zu 100 Millionen Impfdosen geäußert.

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Die EU-Kommission hat aber auch mit drei weiteren Impfstoffherstellern ähnliche Rahmenverträge geschlossen – mit Johnson&Johnson, Astrazeneca und Sanofi-GSK. Auch sie haben aussichtsreiche Impfstoff-Kandidaten am Start.

Noch hat aber keiner der Hersteller eine Zulassung für den europäischen Markt. Diese muss bei der Arzneimittelagentur EMA beantragt werden, sobald ausreichende Daten aus klinischen Tests vorliegen.

als/dpa/Reuters
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