Nach Ema-Empfehlung EU-Kommission lässt Biontech-Impfung für Kinder ab 12 Jahren zu

Die Europäische Arzneimittelagentur hat ihre Empfehlung abgegeben – nun stimmte auch die EU-Kommission zu. Die Coronavakzine von Biontech darf künftig schon ab dem Alter von 12 Jahren gespritzt werden.
In den USA bereits seit Längerem erlaubt: Ein Kind wird gegen Covid-19 geimpft

In den USA bereits seit Längerem erlaubt: Ein Kind wird gegen Covid-19 geimpft

Foto: JOSEPH PREZIOSO / AFP

In der Europäischen Union darf künftig der Impfstoff von Biontech/Pfizer bei Kindern ab 12 Jahren gegen Covid-19 gespritzt werden. Die EU-Kommission bestätigte die Zulassung der Vakzine, nachdem zuvor bereits die europäische Arzneimittelbehörde (Ema) ihre Empfehlung für den Wirkstoff ausgesprochen hatte.

Mit der Zulassung gibt es in Europa nun erstmals einen Coronaimpfstoff auch für Personen unter 16 Jahren. Die Ema hatte am Freitag die Beurteilung abgegeben, dass die Anwendung für Kinder sicher sei. Grundlage war die Prüfung durch den zuständigen Expertenausschuss.

»Um diese Krise zu beenden, zählt jede Dosis«, kommentierte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides die Freigabe auf Twitter. Die Mitgliedstaaten könnten nun entscheiden, ob sie ihre Impfkampagnen auf junge Menschen ausweiten.

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In Deutschland hat die Ständige Impfkommission (Stiko) noch keine Empfehlung zur Verabreichung des Präparates ausgesprochen. Die Empfehlung der Ema bedeutet nicht, dass nun automatisch alle Kinder und Jugendlichen bei den Impfungen in Deutschland priorisiert werden.

Zuletzt hatte die Stiko angedeutet, dass sie möglicherweise keine allgemeine Impfempfehlung für alle Kinder geben wolle, sondern nur für vorerkrankte Kinder. Vor einer Empfehlung müssten zudem noch weitere Daten geprüft werden, bevor das Gremium die Kinderimpfung uneingeschränkt empfehlen wolle, hieß es.

Spahn drängt auf Impfungen für junge Menschen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte die Empfehlung der Ema schon am Freitag als »großartige Nachricht« begrüßt. Der CDU-Politiker hatte auch schon vor Wochen für ein Impfangebot an alle Kinder und Jugendlichen plädiert. Eine Bund-Länder-Runde entschied vorige Woche, dass man sich ab 7. Juni auch um Impftermine für Kinder bemühen kann – dann gelten keine Vorrangregeln mehr, und die Impfung steht theoretisch allen Bürgern offen, sofern Impfstoff vorhanden ist. Aus Spahns Sicht sollen Eltern und Ärzte individuell entscheiden.

In Kanada und den USA hatten die Gesundheitsbehörden bereits vor einigen Wochen die Anwendung auch bei 12- bis 15-Jährigen erlaubt. Der Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung liege bei 100 Prozent, erklären die Hersteller auf Grundlage einer Studie. Die Ema sah keinerlei Anzeichen für schwere Nebenwirkungen.

mrc/fek/dpa