Corona-Pandemie Trump zieht Impfplan fürs Weiße Haus zurück

In den USA haben die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Präsident Trump wollte zunächst bevorzugte Behandlung für seine Mitarbeiter. Nach heftiger Kritik hat er den Plan jedoch revidiert.
US-Präsident Donald Trump: Eigenen Angaben zufolge hat er noch keinen Impftermin

US-Präsident Donald Trump: Eigenen Angaben zufolge hat er noch keinen Impftermin

Foto: MANDEL NGAN / AFP

Kaum ein Land ist von der Corona-Pandemie so stark betroffen wie die USA – dort sind schon mehr als 300.000 Personen gestorben. Nach einer Notfallzulassung am Montagmorgen (Ortszeit) werden nun die ersten Menschen im Land gegen das Virus geimpft. Zuvor hat Präsident Donald Trump jedoch eine Debatte darüber ausgelöst, ob Angestellte im Weißen Haus bei der Vergabe der Impfungen bevorzugt behandelt werden sollen.

Am Sonntag hatte Trumps Regierung bestätigt, dass enge Mitarbeiter des Präsidenten sowie Beamte, die im nahen Umfeld von Vizepräsident Mike Pence tätig sind, frühzeitig geimpft werden sollten. Die Ankündigung löste heftige Kritik in den sozialen Medien aus. Nur wenige Stunden später nahm Trump die Aussage zurück.

»Menschen, die im Weißen Haus arbeiten, sollen etwas später im Programm geimpft werden, außer es ist ausdrücklich notwendig«, twitterte Trump. Er habe diese Änderung angeordnet. Auch er selbst habe bisher keinen Impftermin. Er stehe nicht auf dem Plan für eine Impfung, sehe dem aber zu einer »passenden Zeit« entgegen, teilte Trump mit. Der Präsident war bereits Anfang Oktober an Covid-19 erkrankt.

Trump und einige seiner Mitarbeiter waren in der Vergangenheit mehrfach in die Kritik geraten, weil sie sich immer wieder gegen die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie hinweggesetzt hatten. So wurden noch im Wahlkampf Großveranstaltungen organisiert, bei denen kaum auf Abstand geachtet wurde. Zuletzt wurde zu Weihnachtsfeiern ohne Schutzmasken geladen.

New Yorker Krankenschwester als erster Mensch in den USA gegen Corona geimpft

Die USA haben am Morgen landesweit mit der Verteilung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer begonnen. Die Arzneimittelbehörde hatte Ende vergangener Woche die Notfallzulassung für das Mittel erteilt. Als Erstes sollen Mitarbeiter von Gesundheitseinrichtungen sowie Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden.

Krankenschwester Sandra Lindsay aus New York ist der erste Mensch in den USA, der gegen das Coronavirus geimpft wurde

Krankenschwester Sandra Lindsay aus New York ist der erste Mensch in den USA, der gegen das Coronavirus geimpft wurde

Foto: POOL / REUTERS

Der Fernsehsender CNN übertrug Bilder von der Impfung einer Krankenschwester im Osten des New Yorker Stadtteils Queens. »Ich möchte öffentlich Vertrauen schaffen, dass die Impfung sicher ist«, sagte Sandra Lindsay nach der Impfung. »Wir erleben eine Pandemie, wir müssen alle unseren Teil beitragen. Ich möchte jeden ermutigen, sich impfen zu lassen.«

Wenige Minuten nach der Impfung twitterte Trump: »Erste Impfung verabreicht. Herzlichen Glückwunsch, USA! Herzlichen Glückwunsch, Welt!«. Trump nimmt den schnellen wissenschaftlichen Erfolg des Impfstoffs für sich in Anspruch. Pfizer hat aber immer wieder betont, nicht Teil des US-Regierungsprogramms zu sein, um politisch unabhängig agieren zu können.

asc/dpa/AP
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