Vierte Pandemiewelle In Österreich droht Ungeimpften schon bald der Lockdown

Die »Schnitzelpanik« ist nicht genug: Österreich macht weiter Druck auf Ungeimpfte. Laut Bundeskanzler Schallenberg könnte es nur eine Frage von wenigen Tagen sein, bis für diese Ausgangsbeschränkungen gelten.
Einkaufsstraße in Wien (im Mai)

Einkaufsstraße in Wien (im Mai)

Foto: Bloomberg / Getty Images

Schon jetzt gelten in Österreich bundesweit 2G-Regeln. Für Ungeimpfte werden die Maßnahmen wohl bald noch verschärft. »Jetzt schon ist klar, dass dieser Winter und Weihnachten für die Ungeimpften ungemütlich wird«, sagte Kanzler Alexander Schallenberg. Es sei angesichts der Dynamik der vierten Coronawelle möglicherweise nur noch eine Frage von wenigen Tagen, bis Ungeimpfte mit massiven Ausgangsbeschränkungen leben müssten. Er nannte die Impfquote von rund 65 Prozent »beschämend niedrig« und forderte die Österreicher erneut auf, sich impfen zu lassen.

Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 751

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Österreich ist auf einen Rekordwert gestiegen. Die Behörden verzeichneten 11.975 Fälle binnen 24 Stunden. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl entspricht das einem Wert von etwa 100.000 Fällen in Deutschland.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner stieg in Österreich auf 751, dreimal so hoch wie der Wert in Deutschland. Die Situation in den Kliniken verschärfte sich weiter. Ärzte und Pflegekräfte sind wegen geringer Kapazitäten auf Intensivstationen alarmiert.

Die oppositionelle SPÖ forderte die sofortige Freigabe einer Boosterimpfung bereits nach vier Monaten. Das Krisenmanagement der Regierung sei ein Desaster, sagte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Ein Versuch von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne), zumindest in den besonders betroffenen Bundesländern Oberösterreich und Salzburg einen regionalen Lockdown für Ungeimpfte durchzusetzen, war am Donnerstagabend am Widerstand der jeweiligen Landeschefs gescheitert.

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Wie schwierig ein Lockdown umzusetzen sein dürfte, zeigt indes eine Aussage von Salzburgs Ministerpräsident Wilfried Haslauer (ÖVP). Es sei klar, dass die Virologen die Menschen am liebsten in ein Zimmer einsperren würden, sagte er. »Nur: Dann würden sie eben an Depression sterben oder verhungern oder verdursten.«

muk/dpa
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