Coronakrise Trump droht WHO mit Stopp von Beitragszahlungen

US-Präsident Trump hat das Coronavirus bereits zum "unsichtbaren Feind" erklärt - nun hat er in der Krise einen neuen Gegner ausgemacht: die Weltgesundheitsorganisation.
Donald Trump: "Wirklich Mist gebaut"

Donald Trump: "Wirklich Mist gebaut"

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JIM LO SCALZO/EPA-EFE/Shutterstock

US-Präsident Donald Trump droht der Weltgesundheitsorganisation WHO mit einem Stopp der amerikanischen Beitragszahlungen. Vor Journalisten in Washington kündigte er an, die Zahlungen auszusetzen. Auf Nachfrage präzisierte er anschließend allerdings, er prüfe einen solchen Schritt. Ob er ihn auch umsetzt, wollte er nicht bestätigen.

Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump der WHO auf Twitter vorgeworfen, beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie "wirklich Mist gebaut" zu haben. Die Organisation werde zu großen Teilen von den USA finanziert, sei aber zu sehr auf China fokussiert und habe schlechte Ratschläge erteilt. Zum Glück habe er früh die Empfehlung der WHO verworfen, die Grenzen zu China offen zu lassen.

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Die WHO äußerte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht. Ein Sprecher der Vereinten Nationen, mit denen die WHO als Sonderorganisation verbunden ist, wies die Kritik jedoch entschieden zurück. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus habe im Zusammenhang mit der Pandemie hervorragende Arbeit geleistet.

Während die WHO zuletzt auch zunehmend von anderen Vertretern aus Trumps Republikanischer Partei angegriffen wurde, ist der Präsident von der Opposition seinerseits wiederholt kritisiert worden, viel zu zaghaft den Kampf gegen das Virus angegangen zu sein. Am Dienstag angesprochen auf Memos seines Handelsberaters Peter Navarro, in denen dieser Ende Januar und Ende Februar vor den Risiken durch das in China aufgetretene neuartige Coronavirus warnt, sagte Trump, er habe diese Notizen nicht gesehen und erst jetzt davon erfahren.

Trump versicherte aber, er habe bereits damals aus eigenem Antrieb im Sinne dieser Warnungen gehandelt. Ende Januar hatte Trump einen Einreisestopp für ausländische Reisende verfügt, die in den 14 Tagen zuvor in China gewesen waren, wo die Pandemie ausgebrochen war.

Mit Blick auf die Lage in den USA sagte Trump, womöglich könne bald den Höhepunkt der Coronakrise erreicht sein. Trotz einer sehr "schmerzhaften Woche" seien Hoffnungsschimmer zu erkennen. Er denke, dass die USA vielleicht dabei seien, "ganz oben auf der Kurve" anzukommen. Trump bekräftigt, dass er die Beschränkungen für das Wirtschaftsleben bald wieder aufheben wolle.

Der vor einer Woche ernannte Aufseher über das 2,3 Billionen Dollar schwere Hilfspaket zur Abmilderung wirtschaftlicher Folgen der Corona-Pandemie, Glenn Fine, ließ derweil mitteilen, Trump habe ihn dieses Postens bereits wieder enthoben. In der Pressekonferenz sagte Trump dazu lediglich, er habe das Recht dazu, solche Positionen neu zu besetzen. Er deutete an, solche Beamte zu ersetzen, die unter seinem Vorgänger Barack Obama ernannt worden seien. 

mkl/dpa/Reuters
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