Coronakrise Trump will Bundesstaaten zum Öffnen von Gotteshäusern zwingen

Amerika brauche in der Coronakrise mehr Gebete, meint US-Präsident Trump. Er will Gottesdienste wieder erlauben - und sich dazu notfalls über die Gouverneure der Bundesstaaten hinwegsetzen.
Ein Kirchengänger besucht eine Kirche im US-Bundesstaat Massachusetts - Einzelgebete sind auch in der Coronakrise erlaubt

Ein Kirchengänger besucht eine Kirche im US-Bundesstaat Massachusetts - Einzelgebete sind auch in der Coronakrise erlaubt

Foto: BRIAN SNYDER/ REUTERS

In der Coronakrise hat US-Präsident Donald Trump die Gouverneure der Bundesstaaten zur sofortigen Öffnung von Gotteshäusern aufgefordert. Trump erklärte unter anderem Kirchen, Moscheen und Synagogen bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus zu "essenziellen Orten, die essenzielle Dienste anbieten". Essenzielle Einrichtungen wie etwa Supermärkte können nach den Coronavirus-Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC in der Coronakrise geöffnet bleiben.

Der Präsident rief die Gouverneure der US-Bundesstaaten dazu auf, Gotteshäuser schon an diesem Wochenende wieder zu öffnen und drohte: "Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen". Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, machte keine Angaben dazu, auf welcher Basis sich Trump über die Gouverneure hinwegsetzen wolle. Sie sagte, das sei eine hypothetische Frage. Trump erhält besonders von weißen evangelikalen Christen große Unterstützung.

Trump kritisierte, dass einige Gouverneure Alkoholläden und Abtreibungskliniken essenziell erachtet hätten, "aber Kirchen und andere Gotteshäuser außen vor gelassen. Das ist nicht richtig. Ich korrigiere diese Ungerechtigkeit." Amerika brauche mehr Gebete, nicht weniger, sagte er. Ein Ende des Einreisestopps für Europäer ist dagegen nicht absehbar. "Wir haben noch keinen Zeitplan dafür", hatte Sprecherin McEnany am Donnerstag gesagt.

Die Gesundheitsbehörde CDC hatte erst vor wenigen Tagen berichtet, dass es in einer Kirche im Bundesstaat Arkansas im März zu einer massenhaften Ansteckung durch das Coronavirus gekommen war. Von 92 Menschen, die die Kirche zwischen dem 6. und 11. März besuchten, hätten sich 35 mit dem Coronavirus infiziert. Drei Menschen seien gestorben. 26 weitere Infektionsfälle in der Gemeinde seien in Verbindung mit der Kirche gebracht worden.

Alle US-Bundesstaaten haben bereits Lockerungen verkündet oder zumindest angekündigt, Gottesdienste oder andere religiöse Zusammenkünfte sind in vielen Bundesstaaten aber weiterhin nicht erlaubt. Trump geht die Öffnung besonders in einigen von demokratischen Gouverneuren regierten Bundesstaaten nicht schnell genug. Er drängt die Bundesstaaten zu einer schnellen Lockerung der Schutzmaßnahmen, damit die schwer angeschlagene Wirtschaft wieder in Gang kommt.

hba/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.