Verschärfung der Corona-Maßnahmen Irland verkündet zweiten Lockdown

Irland verschärft seine Corona-Maßnahmen drastisch. Als erstes EU-Mitglied geht das Land in einen zweiten Lockdown. Bürger dürfen sich dann nur noch im Umkreis von fünf Kilometern um ihren Wohnort bewegen.
Coronakrise in Irland: "Jeder im Land wird gebeten, zu Hause zu bleiben", sagte Ministerpräsident Martin

Coronakrise in Irland: "Jeder im Land wird gebeten, zu Hause zu bleiben", sagte Ministerpräsident Martin

Foto: CLODAGH KILCOYNE / REUTERS

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in vielen Ländern wieder. Irland hat darauf nun reagiert. Ab Mittwoch um Mitternacht beginnt ein sechswöchiger Lockdown. Damit ist Irland das erste EU-Land, das in einen zweiten Lockdown geht.

Ministerpräsident Micheál Martin ordnete am Montag die erneute Ausgangssperre für die Bevölkerung an. Wie die Regierung mitteilte, tritt damit die höchste von fünf Stufen im Kampf gegen die Pandemie in Kraft.

"Jeder im Land wird gebeten, zu Hause zu bleiben", sagte Martin in einer nationalen Fernsehansprache. Menschen dürfen sich demnach nur noch im Umkreis von fünf Kilometern von ihrem Wohnort bewegen. Die Regierung beschloss die Schließung aller nicht notwendigen Geschäfte, Restaurants und Bars dürfen nur noch Außer-Haus-Service anbieten.

Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sollen dennoch offen bleiben, "weil wir nicht zulassen können und wollen, dass die Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen ein weiteres Opfer dieser Krankheit wird", sagte Martin weiter.

Ziel der neuen Maßnahmen sei es, den Reproduktionswert R auf unter eins zu senken. Das hieße, das ein Corona-Infizierter statistisch weniger als eine weitere Person ansteckt. Aktuell steht der Wert in Irland bei 1,4. Die Regierung hofft, die Corona-Maßnahmen am 1. Dezember auf die dritte von fünf Stufen zurückfahren zu können.

Angaben des irischen Gesundheitsministeriums zufolge hatten sich zuletzt 1031 Personen innerhalb von 24 Stunden mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt sind bislang knapp 51.000 Ansteckungen in Irland registriert worden. Das Land hat nur knapp fünf Millionen Einwohner.

asc/dpa/AFP

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