Uno-Wirtschaftsbericht Coronakrise setzt ärmsten Ländern der Welt am stärksten zu

Äthiopien, Mali, Sudan: Diese und 44 weitere Staaten gehören zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Unter der Corona-Pandemie leiden sie laut Uno besonders – mehr Menschen könnten in extreme Armut rutschen.
Von extremer Armut betroffen: Junge Farmer mit ihrer Herde in Udier im Südsudan

Von extremer Armut betroffen: Junge Farmer mit ihrer Herde in Udier im Südsudan

Foto: SIMON MAINA/ AFP

Die Corona-Pandemie ist eine globale Krise – aber nicht alle Staaten haben gleichermaßen unter ihr zu leiden. Die Ärmsten trifft Corona nach einem Uno-Bericht  demnach am härtesten. Wegen der Pandemie werden die am wenigsten entwickelten Länder der Welt ihre schwächste Wirtschaftsleistung seit 30 Jahren erleben.

Dadurch würden Einkommen sinken, Arbeitsstellen verloren gehen und Finanzdefizite steigen, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Uno-Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD).

Corona-Pandemie verschärft extreme Armut

Das könnte langfristige Folgen haben: Demnach könnte es in diesen Ländern 2020 rund 32 Millionen mehr extrem arme Menschen geben, die ein Einkommen von weniger als 1,90 US-Dollar am Tag haben. »Die Krise wird Jahre des mühsamen Fortschritts der am wenigsten entwickelten Länder in Bereichen wie Armutsminderung, Ernährung und Bildung umkehren«, heißt es in dem Bericht.

Die Uno zählt 47 Staaten zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt, genannt LDCs – »least developed countries«. Die meisten davon liegen in Afrika – von Äthiopien und Mali bis zum Sudan und Tansania. In den Ländern leben demnach insgesamt rund 1,06 Milliarden Menschen.

Die Staaten müssten dringend ihre Produktionskapazitäten entwickeln, damit sie künftig im Falle von externen Schocks wie der Corona-Pandemie widerstandsfähiger seien, sagte Mukhisa Kituyi, der UNCTAD-Generalsekretär. Bislang sei diese Entwicklung zu langsam gewesen. Die Staaten müssten in Zukunft nicht nur die Folgen der Coronakrise abfedern, sondern Investitionen ankurbeln, die die seit Langem bestehenden Lücken in der Infrastruktur angingen sowie Jobs schaffen würden, sagte der Afrika-Chef von UNCTAD, Paul Akiwumi.

Afrika wurde bislang unter anderem wegen strenger Maßnahmen und der jungen Bevölkerung weniger schlimm vom Coronavirus getroffen als zunächst befürchtet. Doch die Wirtschaftsfolgen der Pandemie waren verheerend: Die Weltbank geht davon aus, dass es in Afrika wegen der Coronakrise zum ersten Mal seit 25 Jahren eine Rezession geben wird.

mrc/dpa
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