Coronakrise Trump bietet Deutschland Beatmungsgeräte an

Per Gesetz aus Kriegszeiten kurbelte Donald Trump die Produktion von Beatmungsgeräten an - nun haben die USA davon offenbar zu viele. Als potenziellen Abnehmer bringt der Präsident Deutschland ins Spiel.
US-Präsident Donald Trump am Freitag im Weißen Haus

US-Präsident Donald Trump am Freitag im Weißen Haus

Foto: Chris Kleponis/ imago images/ZUMA Wire

Zuerst gab es nicht genug, nun ist offenbar das Gegenteil der Fall: US-Präsident Donald Trump bietet Deutschland in der Coronakrise nach eigenen Angaben Beatmungsgeräte an. Die USA hätten inzwischen einen Überschuss dieser Geräte, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

Seine Regierung habe zugesagt, Beatmungsgeräte nach Mexiko, Honduras, Indonesien, Frankreich, Spanien und Italien zu schicken - und "wahrscheinlich auch nach Deutschland, sollten sie sie brauchen".

Trump hatte die USA wegen der Überkapazität in den vergangenen Tagen als den "König der Beatmungsgeräte" bezeichnet und angekündigt, anderen Staaten zu helfen.

Gesetz zur Kriegswirtschaft

Ende März hatte der US-Präsident ein Gesetz aus Kriegszeiten aktiviert, um Unternehmen zur Produktion von Hilfsmitteln zwingen zu können. US-Konzerne sagten daraufhin zu, im Kampf gegen das Coronavirus Zehntausende Beatmungsgeräte herzustellen. Zuletzt schien es aber, als würden nicht alle Beatmungsgeräte benötigt, obwohl die USA das Land mit den weltweit meisten bestätigten Coronavirus-Fällen und Todesopfern sind. Inzwischen wurden dort mehr als 890.000 Infektionen und mehr als 51.000 Tote gemeldet.

Zuletzt löste der US-Präsident mit der Äußerung Fassungslosigkeit aus, Coronavirus-Patienten könnten womöglich mit Lichtbestrahlung oder sogar der Injektion von Desinfektionsmitteln behandelt werden. Er bezog sich dabei auf Erkenntnisse, dass Sonnenlicht und Desinfektionsmittel Viren töten können - wohlgemerkt auf Oberflächen oder in der Luft, nicht im menschlichen Körper.

Mediziner und Gesundheitsbehörden auch außerhalb der USA warnten umgehend eindringlich davor, Desinfektionsmittel zu schlucken oder sich zu spritzen. Trump selbst sagte schließlich, seine Äußerungen seien "sarkastisch" gemeint gewesen.

Einen Tag nach seinem Desinfektionsmittel-Vorstoß lehnte der US-Präsident jegliche Journalistenfragen bei der Corona-Pressekonferenz im Weißen Haus ab. Während Trumps Pressekonferenzen zur Pandemie in der Regel zwischen ein und zwei Stunden dauern - manchmal sogar länger - war am Freitag nach weniger als einer halben Stunde Schluss.

cop/dpa/AFP
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