Kampf gegen Corona USA planen Impfpflicht für internationale Reisende

Die US-Grenzen könnten absehbar wieder geöffnet werden – allerdings ausdrücklich nur für Menschen mit Impfnachweis. Ausnahmen von dieser Regelung wird es laut dem Weißen Haus kaum geben.
Flugzeuge auf dem Flughafen von Newark im US-Bundesstaat New Jersey (Archivbild)

Flugzeuge auf dem Flughafen von Newark im US-Bundesstaat New Jersey (Archivbild)

Foto: Chris Helgren/ REUTERS

Derzeit sind die US-Außengrenzen für die allermeisten internationalen Reisenden noch geschlossen . Das könnte sich mittelfristig zwar ändern, aber mit einer entscheidenden Einschränkung. Die USA planen, ihre Grenzen nur für vollständig geimpfte Besucher wieder zu öffnen.

Washington entwickele »einen stufenweisen Ansatz, der im Laufe der Zeit bedeuten wird, dass ausländische Staatsangehörige, die in die Vereinigten Staaten reisen – aus allen Ländern – vollständig geimpft sein müssen«, sagte ein Beamter des Weißen Hauses am Mittwoch. Dabei werde es »begrenzte Ausnahmen« geben.

Einen Zeitrahmen nannte der Beamte nicht. Die Arbeitsgruppen, die sich mit diesem Thema befassen, »entwickeln eine Politik, um zu gegebener Zeit auf dieses neue System umsteigen zu können«. Auch die praktische Umsetzung des Plans scheint noch relativ unklar. Das gilt auch für die Frage, welche Impfnachweise anerkannt werden sollen. Zudem soll laut US-Medienberichten noch nicht entschieden sein, ob die Behörden nur Impfungen mit Präparaten akzeptieren würden, die auch in den USA zugelassen sind.

Erst Ende Juli hatte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, betont, die verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa und anderen Ländern würden vorerst nicht aufgehoben. Zur Begründung verwies sie darauf, dass sich die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus »sowohl hier als auch im Ausland« ausbreite.

Einreise in die EU ist wieder möglich

Die USA hatten vor über einem Jahr die Einreise für Bürger der EU, Großbritanniens, Chinas und Irans eingeschränkt. Später kamen weitere Länder hinzu, darunter Brasilien und Indien. Ausnahmen vom US-Einreiseverbot gelten unter anderem für Studenten, Journalisten und Geschäftsleute.

Die EU hob ihre Einreisebeschränkungen für US-Bürger im Juni auf und drängte die US-Regierung, nachzuziehen. Auch die Wirtschaft und durch die Regelungen getrennte Paare fordern eine Aufhebung des US-Einreiseverbotes. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich bei ihrem Besuch in Washington Mitte Juli für eine Aufhebung eingesetzt. Präsident Joe Biden sagte damals eine rasche Überprüfung der Regelungen zu.

Im Juni war die Zahl der Neuinfektionen in den USA im Durchschnitt auf rund 10.000 pro Tag gesunken. Seither ist dieser Wert aber wegen der besonders ansteckenden Delta-Variante im Schnitt wieder auf gut 80.000 pro Tag angestiegen.

Bidens Zwischenziel bei den Impfungen ist erreicht

Dabei sind es vor allem die Staaten mit geringer Impfquote, die für den Großteil der Neuinfektionen verantwortlich sind. Diesen Zusammenhang hatte zuletzt auch US-Präsident Biden aufgegriffen – und einige republikanische Gouverneure für ihre Coronapolitik angegriffen.

»Wenn Sie schon nicht helfen, dann gehen Sie wenigstens den Leuten aus dem Weg, die versuchen, das Richtige zu tun«, forderte Biden am Dienstag. In einigen Bundesstaaten sei die Maskenpflicht an Schulen verboten, monierte Biden. In Texas könnte für Universitäten sogar eine Geldstrafe fällig werden, wenn Lehrkräfte ungeimpfte Studierende zum Tragen einer Maske auffordern.

In den USA sind nach Angaben der Seuchenbehörde CDC 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens einmal geimpft worden. Fast die Hälfte aller Amerikaner (49,7 Prozent) haben demnach zwei Impfungen erhalten. US-Präsident Joe Biden hatte im März angekündigt, bis zum Unabhängigkeitstag – dem 4. Juli – sollten 70 Prozent der erwachsenen Amerikaner mindestens eine Spritze erhalten haben. Dieses Ziel wurde nun mit rund einem Monat Verspätung erreicht.

jok/AFP
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