Medienbericht aus Südkorea Nordkorea verhängt offenbar Lockdown über Pjöngjang

Nordkorea hatte das Coronavirus im Sommer 2022 eigentlich für ausgerottet erklärt. Nun wird den Menschen in Pjöngjang untersagt, vor die Tür zu gehen – wegen »Atemwegserkrankungen«.
Machthaber Kim Jong Un: War angeblich selbst schon an Corona erkrankt

Machthaber Kim Jong Un: War angeblich selbst schon an Corona erkrankt

Foto: Korean Central News Agency / dpa

Nordkorea hat einem Medienbericht zufolge wegen »Atemwegserkrankungen« einen fünftägigen Lockdown für die Hauptstadt Pjöngjang angeordnet.

Die südkoreanische Nachrichtenwebsite NK News  berichtet unter Berufung auf eine Regierungsmitteilung, die Bewohner der nordkoreanischen Hauptstadt seien angewiesen worden, von Mittwoch bis Sonntag zu Hause zu bleiben. Dem Bericht zufolge müssen sie zudem mehrmals täglich ihre Körpertemperatur messen lassen.

In der offiziellen Mitteilung wurde laut NK News das Coronavirus nicht erwähnt, stattdessen war von gewöhnlichen Erkältungen die Rede. Erst am Vortag hatte NK News  unter Berufung aus Quellen in Pjöngjang berichtet, dass sich die Menschen in Nordkoreas Hauptstadt in Erwartung eines Lockdowns offenbar mit Waren eindeckten.

Nordkorea hatte Anfang 2020 nach Beginn der Pandemie seine Grenzen abgeriegelt, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Im vergangenen April bestätigte das Land den ersten Coronaausbruch. Damals war von rund 350.000 Menschen, die sich mit einem »unbekannten Fieber« infiziert hätten, die Rede. Zeitweise war von 4,8 Millionen »Fieberfällen« die Rede gewesen. Nur drei Monate später erklärte Nordkorea das Virus für besiegt.

Experten: Menschen in Nordkorea nicht geimpft

Machthaber Kim Jong Un war nach Angaben seiner Schwester auch selbst erkrankt. Kim habe »während der Tage dieses Quarantänekriegs unter hohem Fieber gelitten«, sagte Kim Yo Jong nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Experten zweifeln die nordkoreanischen Corona-Statistiken und die Angaben zur Eindämmung der Pandemie stark an. Das Land verfügt laut Experten über eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt. Die Krankenhäuser sind mangelhaft ausgestattet und verfügen nur über wenige Intensivstationen. Experten gehen davon aus, dass niemand in dem Land gegen das Coronavirus geimpft ist.

ptz/AFP
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