Coronakrise in den USA Präsident Trump befürchtet 100.000 Tote

Noch vor Kurzem stellte US-Präsident Donald Trump eine Rückkehr zur Normalität ab Ostern in Aussicht. Nun hat er die Corona-Maßnahmen verlängert – und bereitet die Bürger auf dramatische Opferzahlen vor.
Donald Trump: "Nichts wäre schlimmer, als den Sieg zu verkünden, bevor der Sieg errungen ist"

Donald Trump: "Nichts wäre schlimmer, als den Sieg zu verkünden, bevor der Sieg errungen ist"

Foto: ALEXANDER DRAGO/ REUTERS

In den USA breitet sich die Corona-Pandemie weiter aus. Präsident Donald Trump rechnet damit, dass die Zahl der Toten im Land in zwei Wochen ihren Höhepunkt erreichen könnte. Deswegen verlängere er die ursprünglich bis zum 30. März geltenden Richtlinien zur sozialen Distanzierung bis zum 30. April, kündigte Trump am Sonntag an. Je besser die Richtlinien eingehalten würden, "desto schneller wird dieser Albtraum enden", sagte Trump.

Zudem bereitete er die Öffentlichkeit auf dramatische Opferzahlen vor. Trump befürchtet, dass die Coronavirus-Krise in den USA 100.000 Menschen das Leben kosten könnte. Wenn es gelinge, die Todeszahl durch die getroffenen Eindämmungsmaßnahmen auf 100.000 zu begrenzen, "dann haben wir alle zusammen einen guten Job gemacht", sagte Trump.

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"Das ist eine furchtbare Zahl." Trump verwies auf eine am 16. März veröffentlichte Studie des Imperial College in London, die von 2,2 Millionen Toten in den USA ausgeht - allerdings ohne Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Der Präsident begründete damit die Verlängerung der Schutzmaßnahmen seiner Regierung.

"Wir werden diesen unsichtbaren Fluch besiegen"

Noch vor Kurzem hatte Trump den Willen geäußert, in den USA zum Ostersonntag am 12. April in den Normalbetrieb zurückzukehren. Am Sonntag sagte er: "Wir können erwarten, dass wir bis zum 1. Juni auf dem Weg der Besserung sein werden." Der Präsident sagte weiter: "Nichts wäre schlimmer, als den Sieg zu verkünden, bevor der Sieg errungen ist. Das wäre der größte Verlust von allem." Trump versicherte zugleich: "Wir werden diesen unsichtbaren Fluch, diesen unsichtbaren Feind besiegen."

Die Ärztin Deborah Birx von der Coronavirus-Arbeitsgruppe im Weißen Haus sagte, Vorhersagen gingen auch mit Eindämmungsmaßnahmen von 80.000 bis 160.000 Toten in den USA aus, potenziell sogar von mehr als 200.000 Toten. "In diesem Modell wird vollständig davon ausgegangen, dass wir weiterhin exakt das tun, was wir tun." Sie fügte hinzu: "Wir hoffen, dass diese Modelle nicht ganz richtig sind. Dass wir es besser machen können, als diese Vorhersagen sind."

asc/dpa
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