Pflicht für Arbeitnehmer Corona-Pass-Pflicht erhöht Impfbereitschaft in Italien

Italienische Arbeitnehmer, die keinen Corona-Pass vorweisen können, dürfen demnächst nicht mehr zur Arbeit erscheinen. Die Folge: Bis zu 40 Prozent mehr Menschen haben sich zur Erstimpfung angemeldet.
Angestellte mit »Green Pass«: 20 bis 40 Prozent mehr Impfungen

Angestellte mit »Green Pass«: 20 bis 40 Prozent mehr Impfungen

Foto: YARA NARDI / REUTERS

Ab dem 15. Oktober müssen alle Arbeitnehmer in Italien eine Coronaimpfung oder einen negativen Test vorweisen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Diese Ankündigung hat offenbar zu einer deutlichen Zunahme der Impfbereitschaft geführt. »Landesweit gab es einen Anstieg der Terminvereinbarungen für Erstimpfungen um 20 bis 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche«, erklärten die italienischen Behörden.

Die plötzliche Zunahme dürfte auch damit zu tun haben, dass für Verweigerer scharfe Sanktionen drohen: Wer der Arbeit fernbleibt, weil er das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen. Tests sind nur für Menschen kostenlos, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

23 Millionen Arbeitnehmer betroffen

Bei medizinischen Berufen besteht in Italien schon länger eine Impfpflicht. Nach Angaben des nationalen Ärzteverbandes wurden bis Donnerstag 728 Mediziner vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht impfen ließen. Derzeit sind knapp 76 Prozent der Italiener über zwölf Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

Die Entscheidung der Regierung betrifft rund 23 Millionen Arbeitnehmer. De facto sind unter den Erwachsenen nur noch Rentner, Arbeitslose sowie Hausfrauen und -männer nicht von der Passpflicht betroffen. Bislang musste der Pass bereits in den Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen und auf Inlandsflügen vorgelegt werden.

rai/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.