Auflagen in Risikogebieten So beschränken Länder in Europa das öffentliche Leben

In vielen Ländern Europas steigen die Corona-Infektionen stark. Das bedeutet strengere Regeln im Alltag. Die Bundesregierung rät von Reisen ab - aber wenn man doch ins Ausland will: Was gilt denn wo? Der Überblick.
Öffentlicher Nahverkehr in Krakau, Polen

Öffentlicher Nahverkehr in Krakau, Polen

Foto: Omar Marques / Getty Images

Die Herbstferien stellen einige Menschen vor die Frage: Fahren wir noch weg? Trotz Corona? Bereits seit einigen Wochen warnt die Bundesregierung vor Reisen in bestimmte europäische Regionen (mehr dazu hier). Nun gibt es für weitere mögliche Urlaubsziele eine Entscheidungshilfe: Seit Samstag um Mitternacht gelten Reisewarnungen für weitere 15 Regionen im europäischen Ausland.

Die Niederlande, das französische Festland, Malta und die Slowakei sind nun komplett Corona-Risikogebiete, für die das Auswärtige Amt vor touristischen Reisen warnt.

Erstmals stehen mit Kampanien und Ligurien beliebte Touristenregionen in Italien sowie fünf Gebiete in Polen einschließlich der Metropolen Danzig und Krakau auf der Risikoliste. Hinzu kommen acht Kantone der Schweiz, darunter der an Deutschland grenzende Kanton Zürich, erstmals Gebiete in Schweden und Finnland sowie weitere Regionen in Großbritannien, Irland, Kroatien, Portugal, Slowenien und Ungarn.

Das Gute für Urlauber: Sie können eine bereits gebuchte Reise stornieren, wenn ihr Ziel zum Risikogebiet erklärt wird. Das Schlechte: Rückkehrer aus Risikogebieten müssen derzeit noch für 14 Tage in Quarantäne, können sich aber durch einen negativen Corona-Test vorzeitig davon befreien lassen.

Viele Länder in Europa führen an diesem Samstag auch erneut strengere Beschränkungen des öffentlichen Lebens ein. Ein Überblick:

Frankreich

In Paris gelten derzeit Ausgangssperren - mit nur wenigen Ausnahmen.

In Paris gelten derzeit Ausgangssperren - mit nur wenigen Ausnahmen.

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  • In mehreren französischen Städten, darunter Paris, gelten ab Samstag von 21 Uhr abends bis 6 Uhr morgens Ausgangssperren. Ausnahmen gelten für Menschen, die zur Arbeit gehen oder von der Arbeit kommen.

  • Wegen medizinischer Notfälle, der Pflege von Angehörigen oder um den Hund auszuführen, dürfen die Menschen in der Sperrstunde ebenfalls vor die Tür. Sie müssen dann ein entsprechendes Formular bei sich tragen. Wer zum Bahnhof oder Flughafen will, muss das Ticket vorzeigen.

  • Außerdem sind private Feiern wie etwa Hochzeiten in Festsälen landesweit nicht mehr erlaubt. Zur Überwachung der Ausgangssperren in den Metropolen sollen rund 12.000 Polizisten eingesetzt werden.

  • Wer sich nicht an die Regeln hält, muss 135 Euro Strafe zahlen. Für Wiederholungstäter können mehrere Tausend Euro fällig werden. In zahlreichen Städten, darunter auch Paris, sind Bars bereits komplett geschlossen.

Großbritannien

Treffen in London sind erlaubt - mit bis zu sechs Personen.

Treffen in London sind erlaubt - mit bis zu sechs Personen.

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  • Für London gilt: Angesichts rapide steigender Infektionszahlen dürfen sich Angehörige verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen treffen. Auch Zusammenkünfte in Pubs oder Restaurants sind verboten. Im Freien sind weiterhin Treffen mit bis zu sechs Personen erlaubt.

  • Mit den neuen Maßnahmen rutscht die Hauptstadt in dem dreistufigen Warnstufensystem Englands in die zweithöchste Stufe. Etliche Londoner Bezirke hatten in den vergangenen Tagen die Schwelle von 100 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern überschritten.

  • In Schottland, Nordirland und im Norden Englands sind die Zahlen noch deutlich höher und es gelten bereits noch schärfere Maßnahmen.

Polen

Warschau: In sogenannten roten Zonen gelten bestimmte Auflagen.

Warschau: In sogenannten roten Zonen gelten bestimmte Auflagen.

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  • Ab Samstag werden mehr als 150 Regionen im ganzen Land, darunter die Hauptstadt Warschau und mehrere andere Großstädte, zu sogenannten roten Zonen deklariert, in denen schärfere Auflagen gelten. Dort sind Hochzeitsfeiern künftig verboten, Schwimmbäder und Fitnessclubs werden geschlossen.

  • Restaurants dürfen für Gäste nur von 6 bis 21 Uhr geöffnet haben, nach dieser Zeit können sie ihre Speisen nur zum Mitnehmen anbieten. Die Schulen gehen wieder zu Fernunterricht über.

Tschechien

In Prag wurden unter anderem Schulen und gastronomische Betriebe geschlossen.

In Prag wurden unter anderem Schulen und gastronomische Betriebe geschlossen.

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  • In den Prager Messehallen beginnt die Armee am Samstag mit dem Aufbau eines Feldkrankenhauses. Es soll als Reserve mit einer Kapazität von bis zu 500 Betten gehalten werden, falls es zu einer Überlastung der Krankenhäuser kommt.

  • Kritiker aus Ärztekreisen merkten an, das Problem sei nicht die verfügbare Bettenzahl, sondern der Mangel an Pflegepersonal. In Tschechien waren bereits am Mittwoch weitreichende Restriktionen in Kraft getreten.

  • So wurden unter anderem Schulen und gastronomische Betriebe geschlossen. Es dürfen sich sowohl drinnen als auch draußen maximal sechs Menschen treffen. In der Öffentlichkeit gilt ein striktes Alkoholverbot.

Österreich

Kuchl im Salzburger Land kann bis auf wenige Ausnahmen gerade nicht bereist werden.

Kuchl im Salzburger Land kann bis auf wenige Ausnahmen gerade nicht bereist werden.

Foto: Barbara Gindl / picture alliance/dpa
  • In Österreich wird der Ort Kuchl im Salzburger Land wegen der Corona-Neuinfektionen ab Samstag unter Quarantäne gestellt. Die Ein- und Ausreise aus der Gemeinde mit rund 7000 Einwohnern sei bis auf einige Ausnahmen bis zum 1. November nicht mehr erlaubt, sagte Salzburgs Landeschef Wilfried Haslauer am Donnerstag.

nil/dpa
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