Corona-Krise EU schließt Außengrenzen ab Dienstagmittag

Alle Grenzen des Schengenraums werden geschlossen, das gab Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bekannt. Demnach werden alle Reisen zwischen nicht-europäischen Ländern und der EU ausgesetzt.
Die EU macht ihre Grenzen für 30 Tage dicht, um den Ausbruch des Coronavirus zu verlangsamen

Die EU macht ihre Grenzen für 30 Tage dicht, um den Ausbruch des Coronavirus zu verlangsamen

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, werden ab Dienstagmittag alle Grenzen des Schengenraums geschlossen. Das kündigte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron in einer Fernsehansprache mit. Die Entscheidung sei gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Europäischen Union getroffen worden, sagte er. "Alle Reisen zwischen nicht-europäischen Ländern und der Europäischen Union werden für 30 Tage ausgesetzt."

Zuvor hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen vorläufigen Einreisestopp vorgeschlagen, nachdem mehrere Länder derartige Sperren verhängt hatten. Sie werde den EU-Staats- und Regierungschefs einen entsprechenden Vorschlag für "nicht notwendige Reisen" in die EU unterbreiten, hatte von der Leyen in einer Videobotschaft gesagt.

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Von der Leyens Chefsprecher Eric Mamer erklärte, das Coronavirus sei mittlerweile in sämtlichen Mitgliedstaaten angekommen. "Deshalb ist die Schließung der Grenzen nicht notwendigerweise die beste Methode, um die Ausbreitung einzudämmen." Entsprechend heißt es in den Leitlinien, für Gesundheitstests aller Einreisenden in einen Mitgliedstaat sei die formelle Einführung interner Grenzkontrollen nicht nötig.

In einer "extrem kritischen Situation" könne ein EU-Land aber Grenzkontrollen gegen das Risiko einer ansteckenden Krankheit auch innerhalb der normalerweise kontrollfreien Schengenzone wieder einführen. Wer bei der Einreise ersichtlich krank sei, solle nicht zurückgewiesen, sondern in medizinische Behandlung genommen werden.

Nach von der Leyens Vorschlag solle die Schließung der Grenzen nicht für Bürger mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung, Angehörige von EU-Bürgern, Diplomaten, Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten gelten. Auch Menschen, die wichtige Güter transportieren, und Pendler in Grenzregionen mit Arbeit in der EU würden dem Vorschlag von der Leyens zufolge ausgenommen.

hba/AFP/dpa/Reuters
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