Nach Alleingang Floridas US-Regierung geht gegen Ende der Maskenpflicht in Verkehrsmitteln vor

Nach zwei Jahren Pandemie heben viele Länder ihre strengen Coronaregeln auf, auch die USA. US-Präsident Biden möchte aber die Maskenpflicht im Nahverkehr, in Flugzeugen und Zügen beibehalten – nun auch gegen Widerstand.
Eine Frau trägt ihren Mund-Nasen-Schutz im Freien an der Hand

Eine Frau trägt ihren Mund-Nasen-Schutz im Freien an der Hand

Foto: Clara Margais / dpa

Deutschland hat die Maskenpflicht vielerorts massiv gelockert, Spanien und Israel seit Mittwoch ebenfalls. In den USA hingegen ist nun ein juristischer Streit um die Fortführung der Regelung in öffentlichen Verkehrsmitteln entbrannt.

Eine Bundesrichterin im US-Bundesstaat Florida hatte die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln am Montag für ungültig erklärt. Die US-Regierung reichte nun einen Beschwerdebescheid ein – und setzte damit die Berufung gegen die Entscheidung der Bundesrichterin in Gang. Zuvor hatte sich die US-Gesundheitsbehörde CDC für eine Berufung ausgesprochen. Man sei weiterhin der Meinung, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln für die Gesundheit notwendig sei, teilte die Behörde mit.

Die Bundesrichterin aus Florida hatte sich gegen die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln gestellt. Die nationale Gesundheitsbehörde CDC habe mit der entsprechenden Verfügung ihre Befugnisse überschritten, hieß es in der Entscheidung. Vorerst müssen Passagiere in Flugzeugen, Zügen und anderen Verkehrsmitteln daher nun keine Masken mehr tragen. Die US-Regierung hatte mit juristischen Schritten gegen die Entscheidung auf eine Stellungnahme der CDC gewartet.

Zunehmend Widerstand

Präsident Joe Biden hatte die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2021 angestoßen. Die Gesundheitsbehörde CDC verfügte einige Tage später, dass in Flugzeugen, auf Schiffen, Fähren, in Zügen, U-Bahnen, Bussen, Taxis und ähnlichen Verkehrsmitteln Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss. Die Pflicht gilt auch in Flughäfen, Bahnhöfen und Häfen. Die Regelung wurde mehrfach verlängert, zuletzt bis Anfang Mai. In den vergangenen Monaten gab es zunehmend Widerstand, auch von Fluggesellschaften.

Auch andere Länder behalten die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr teilweise bei. Israel hob am Mittwoch die Verpflichtung fast komplett auf, nur noch an Orten mit einem hohen Infektionspotenzial wie Krankenhäusern, Seniorenheimen und in Flugzeugen müssten Masken getragen werden.

Auch in Spanien gilt die Maskenpflicht seit Mittwoch nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Altenheimen und Gesundheitseinrichtungen. Experten riefen die Bevölkerung jedoch dazu auf, weiterhin vorsichtig zu sein und den Mund-Nasen-Schutz bei schlecht belüfteten Innenräumen und in vollen Fußgängerzonen weiter freiwillig aufzusetzen.

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In Deutschland muss seit Anfang April die Maske nur noch im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie in medizinischen Einrichtungen getragen werden. Unternehmen können zudem nach Hausrecht eigenmächtig eine Maskenpflicht einführen.

mrc/dpa