Medienberichte 23 iranische Abgeordnete sollen an Covid-19 erkrankt sein

In Iran breitet sich die Coronavirus-Epidemie immer weiter aus. Inzwischen gibt es offiziell 77 Todesfälle und Tausende Erkrankte - darunter auch Politiker des Regimes und der Chef des iranischen Rettungsdienstes.
Menschen mit Mundschutz in Teheran

Menschen mit Mundschutz in Teheran

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Vahid Salemi/ AP

In Iran sorgen sich auch die Politiker des Regimes, sich mit dem Virus Sars-CoV-2 zu infizieren. Medienberichten zufolge sind inzwischen 23 iranische Abgeordnete an Covid-19 erkrankt. Ein Berater von Ajatollah Ali Khamenei, Irans oberstem Führer, sowie einer der Chefs der Justiz sollen bereits an den Folgen des Virus gestorben sein. Die Politiker wollen aus Angst vor einer Ansteckung die Öffentlichkeit meiden, wie das iranische Staatsfernsehen berichtete.

Das Land ist heftig von der Epidemie betroffen. Die offizielle Zahl der Coronavirus-Toten stieg zuletzt innerhalb von 24 Stunden von 66 auf 77, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Insgesamt sind nach offiziellen Angaben 2336 Menschen - 835 mehr als am Vortag - positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Unter den Infizierten ist auch der Chef des iranischen Rettungsdienstes. Pirhossein Kolivand sei positiv getestet worden, sein Gesundheitszustand sei aber gut, teilte der Rettungsdienst der Nachrichtenagentur Ilna zufolge mit.

Ajatollah mahnt: Hände und Gesichter waschen

Gleichzeitig seien 435 Corona-Patienten geheilt und aus den Krankenhäusern entlassen worden, betonte das Ministerium. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer in Iran aus.

Chamenei fordert seine Landsleute auf, die Ratschläge der Gesundheitsbehörden zu befolgen, um eine weitere Verbreitung des Virus zu vermeiden. Die Menschen sollten ihre Hände und Gesichter waschen und ihre Umgebung sauber halten, sagte er im staatlichen Fernsehen. Die Regierungseinrichtungen rief Chamenei auf, das Gesundheitsministerium umfassend zu unterstützen.

Unterdessen sind sechs Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Teheran angekommen. An Bord des WHO-Fliegers waren 7,5 Tonnen Medizinprodukte wie Schutzhandschuhe, Gesichtsmasken und Beatmungsgeräte. Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen Iran über die WHO und andere Uno-Agenturen zusätzliche Hilfe in Höhe von knapp fünf Millionen Euro gewähren.

vks/Reuters

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