Ab Montag gilt 2G »Schnitzelpanik« in Österreich – lange Schlangen vor Impfzentren

Restaurants in Österreich dürfen in Kürze nur noch Geimpfte und Genesene bedienen. Auch sonst verschärft die Regierung die Coronaregeln deutlich. Die Nachfrage nach Impfungen steigt sprunghaft.
Wiener Schnitzel: Gemeinschaftlicher Genuss künftig nur noch mit 2G

Wiener Schnitzel: Gemeinschaftlicher Genuss künftig nur noch mit 2G

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Christian Bruna/ picture alliance / dpa

In Österreich sind innerhalb von 24 Stunden so viele Coronainfektionen registriert worden wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Es seien 9943 Neuinfektionen gemeldet worden, teilten die Behörden am Samstag laut der Nachrichtenagentur APA mit. Der bisherige Höchstwert stammte vom 13. November 2020, damals waren 9586 Ansteckungen registriert worden.

Damit sprang die Zahl der Infektionen innerhalb einer Woche um mehr als 60 Prozent nach oben. Am Samstag vergangener Woche waren 6102 neue Fälle gemeldet worden.

Doch die alarmierenden Zahlen allein werden es nicht gewesen sein, die laut mehreren österreichischen Medien zu einem großen Andrang an den Impfzentren des Landes geführt haben. Im Austria Center Vienna kam es am Samstag nach Angaben des Wiener ORF-Studios  zu Wartezeiten von bis zu anderthalb Stunden. Dort ist seit Freitag auch ohne vorherige Anmeldung eine Corona-Auffrischungsimpfung möglich.

Hinzu kommt wohl auch, dass die Bürgerinnen und Bürger auf eine Ankündigung der Regierung vom Freitagabend reagieren. Die hatte gemeinsam mit Vertretern der einzelnen Regionen beschlossen, die Corona-Maßnahmen deutlich zu verschärfen.

Corona-Impfnachweis-App in österreichischem Fußballstadion: Auch Sportveranstaltungen dürfen ab Montag nur noch nach 2G-Regeln besucht werden

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Foto: Erwin Scheriau / dpa

Ab Montag gilt den Beschlüssen zufolge für die meisten Bereiche des öffentlichen Lebens die 2G-Regelung: Der Besuch von Restaurants, Friseuren oder Veranstaltungen ab 25 Gästen ist dann nur noch für Geimpfte und Genesene erlaubt. Bei der Arbeit sollen weiterhin auch Tests möglich sein.

In Salzburg  führte diese Ankündigung offenbar dazu, dass der Impfbus »überrannt« wurde, auch aus Vorarlberg  wurden Schlangen vor den Impfkojen in Einkaufszentren beobachtet, in Niederösterreich  sollen die Impfzentren früher als geplant reaktiviert werden. Der »Standard« zitierte  einen Augenzeugen in Wien, der von einer »Schnitzelpanik« bei den plötzlich Impfwilligen gesprochen habe.

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Bisher sind nur etwa 64 Prozent der österreichischen Bevölkerung vollständig geimpft. Damit liegt das Land unter dem EU-Durchschnitt von 67 Prozent.

Für eine vierwöchige Übergangsfrist soll eine erste Impfdosis in Verbindung mit einem negativen PCR-Test in 2G-Örtlichkeiten anerkannt werden. Der »Grüne Pass« soll danach nur noch neun Monate ab der zweiten Impfung gültig sein, um die Menschen zu einer Auffrischungsimpfung zu bewegen.

feb/AFP
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