Wegen Coronavirus China schließt Teile der chinesischen Mauer

Im Kampf gegen das Coronavirus hat China bereits Millionen Menschen abgeschottet. Nun werden mehrere historische Stätten für Besucher gesperrt - darunter auch Teile der chinesischen Mauer.
Chinesische Mauer: Ab Samstag dürfen Besucher nur noch Teile des Bauwerks betreten

Chinesische Mauer: Ab Samstag dürfen Besucher nur noch Teile des Bauwerks betreten

Foto: Lintao Zhang/ Getty Images

In China breitet sich das Coronavirus weiter aus, bei mehr als 830 Menschen wurde die Lungenkrankheit mittlerweile nachgewiesen. Auch außerhalb der Volksrepublik häufen sich die Verdachtsfälle. Um die Verbreitung der Krankheit einzudämmen, hat die Regierung in Peking bereits mehrere Städte von der Außenwelt isoliert, große Veranstaltungen zum Neujahrsfest in der Hauptstadt wurden gestrichen - und nun treffen die Sicherheitsvorkehrungen auch ein Symbol der Stärke des Landes: Teile der Chinesischen Mauer werden geschlossen.

Betroffen ist der bei Touristen beliebte Mauerabschnitt Badaling im Norden von Peking, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Zudem sollen die Ming-Gräber und die Yinshan-Pagode ab Samstag vorsichtshalber gesperrt werden, teilte die für die Verwaltung der historischen Stätten zuständige Behörde mit. Das für seine Vogelnest-Form bekannte Stadion der Olympischen Spiele 2008 in Peking ist seit Freitag nicht mehr zugänglich.

Das neuartige Coronavirus hat sich seit Ende vergangenen Jahres von der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan  ausgebreitet. Nach Behördenangaben gibt es mittlerweile landesweit 830 bestätigte Infektionsfälle, 26 Patienten starben. Internationale Wissenschaftler gehen von mehreren Tausend Infizierten in der Volksrepublik aus. Einzelne Infektionen wurden auch aus anderen Ländern, darunter Thailand, Japan und die USA, gemeldet.

Wuhan baut Krankenhaus in sechs Tagen

Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden die Verkehrsverbindungen zu etwa einem Dutzend Städten gesperrt - und damit rund 43 Millionen Menschen praktisch unter Quarantäne gestellt. Unter den betroffenen Städten ist auch Wuhan. Die Stadt gilt als Epizentrum der Krankheit. Dort wird derzeit im Schnellverfahren ein neues Krankenhaus zur Behandlung von Infizierten gebaut. Staatsmedien zufolge soll der Komplex aus Fertighäusern bestehen, Tausend Betten haben und schon Anfang kommender Woche fertiggestellt sein.

Wegen des Neujahrsfests, das in China üblicherweise groß mit der Familie gefeiert wird, waren in den vergangenen Tagen Hunderte Millionen Chinesen in Bussen, Bahnen und Flugzeugen unterwegs. Ursprünglich wurde das Coronavirus wahrscheinlich von Tieren übertragen, es wird aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben.

asc/AFP/Reuters/dpa
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