Corona-Pandemie EU stellt sich gegen Trumps WHO-Kritik

US-Präsident Donald Trump hat der Weltgesundheitsorganisation vorgeworfen, in der Coronakrise versagt zu haben. Die EU widerspricht vehement - und sichert der WHO Unterstützung zu.
Josep Borrell: Die WHO leiste "lebensrettende Unterstützung"

Josep Borrell: Die WHO leiste "lebensrettende Unterstützung"

Foto: FRANCOIS LENOIR/ REUTERS

Die Europäische Union hat US-Präsident Donald Trump in seiner Kritik an der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich widersprochen. "Zusammenarbeit, Solidarität und Multilateralismus sind der Schlüssel für unseren gemeinsamen Erfolg gegen das Coronavirus", schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell auf Twitter. Die WHO leiste unter der Führung von Tedros Adhanom Ghebreyesus lebensrettende Unterstützung auf dem Weg der Erholung für die ganze Welt. "Die EU unterstützt diese wichtige Arbeit voll und ganz."

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Trump hatte der wichtigsten Sonderorganisation der Vereinten Nationen im Gesundheitsbereich mit einem Stopp von Beitragszahlungen gedroht. Die WHO habe es in der Coronakrise "wirklich vermasselt". Die Organisation werde zu großen Teilen von den USA finanziert, sei aber zu sehr auf China fokussiert und habe schlechte Ratschläge erteilt. Zum Glück habe er früh die Empfehlung der WHO verworfen, die Grenzen zu China offen zu lassen.

Die USA haben 2019 mehr als 400 Millionen Dollar an die WHO gezahlt, so viel wie kein anderer Staat. China steuerte 44 Millionen Dollar bei.

Bruce Aylward, ein führender Berater des WHO-Generaldirektors Ghebreyesus, wies Trumps Kritik zurück, die WHO sei "China-zentriert". Es sei sehr wichtig, mit den Chinesen zusammenzuarbeiten, um den frühen Ausbruch zu verstehen. Das habe mit China im Besonderen nichts zu tun. In der Volksrepublik war das neuartige Coronavirus zuerst bestätigt worden und breitete sich anschließend weltweit aus.

Zuletzt hatten auch andere Vertreter aus Trumps Republikanischer Partei die WHO angegriffen. Der Präsident wurde indes von der Opposition wiederholt kritisiert, viel zu zaghaft im Kampf gegen das Virus vorgegangen zu sein. Angesprochen auf Memos seines Handelsberaters Peter Navarro, in denen dieser bereits Ende Januar vor den Risiken durch das neuartige Coronavirus warnte, sagte Trump am Dienstag, er habe diese Notizen nicht gesehen und erst jetzt davon erfahren.

höh/vks/dpa
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