Maßnahme gegen Coronavirus Frankreich will alle Schutzmasken beschlagnahmen

Frankreichs Regierung will die Kontrolle über den Vorrat an Schutzmasken erlangen. Auch die Bundesregierung zieht einen solchen Schritt in Betracht.
Touristen in Paris: Der Louvre blieb am Sonntag und Montag geschlossen

Touristen in Paris: Der Louvre blieb am Sonntag und Montag geschlossen

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Christophe Ena/ AP

Die französische Regierung verschärft ihr Vorgehen gegen das sich ausbreitende, neuartige Coronavirus. Alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken sollen beschlagnahmt werden, teilte Präsident Emmanuel Macron auf Twitter mit. Die Masken sollen demnach an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden.

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Aus dem Umfeld Macrons hieß es laut Nachrichtenagentur AFP, die Beschlagnahmung der Masken solle "die Bevölkerung beruhigen und zeigen, dass der Staat beim Krisenmanagement seiner Verantwortung gerecht wird". Bisher hat Frankreich aus seinen strategischen Reserven zehn Millionen Masken freigegeben, um sie über Apotheken im ganzen Land für Krankenhäuser und Ärzte zur Verfügung zu stellen, wie Gesundheitsminister Olivier Véran mitteilte. Die französischen Gesamtreserven werden auf 160 Millionen Masken geschätzt.

In vielen Apotheken sind Schutzmasken derzeit ausverkauft. Manche Verkäufer bieten Schutzkleidung und Desinfektionsmittel zu Höchstpreisen an, auch im Internet. Das französische Wirtschaftsministerium hat deshalb eine Untersuchung angekündigt.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Zahl der Toten durch das Coronavirus in Frankreich auf vier und die der Infizierten auf 204 gestiegen. Zuletzt sei das Virus bei einem gestorbenen 92-Jährigen in der Bretagne festgestellt worden, erklärte das Ministerium. Zuvor waren zwei weitere Franzosen sowie ein chinesischer Tourist an den Folgen der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19 gestorben.

Am Dienstag blieben in Frankreich rund 120 Schulen geschlossen, etwa 44.000 Schüler mussten nach Angaben des Bildungsministers Jean-Michel Blanquer zu Hause bleiben.

Spahn: Notfalls auch Beschlagnahmung oder Exportverbot denkbar

Auch die Bundesregierung zieht eine Beschlagnahmung von Schutzkleidung  in Betracht. "Wir tun gerade alles, um noch einmal zu schauen, was wir in Deutschland an Lagerbeständen haben", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn in der vergangenen Woche. Man wolle vor allem auch rechtlich sicherstellen, "notfalls auch durch Beschlagnahmung oder Exportverbot, dass jetzt nichts mehr das Land verlässt".

In Deutschland wurden laut Robert Koch-Institut bislang 188 Fälle von Sars-CoV-2-Infektionen bestätigt. Aktuell gibt es Fälle in zehn Bundesländern. Mehr als die Hälfte der Fälle sind in Nordrhein-Westfalen aufgetreten.

mes/AFP/dpa
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