Omikron-Variante Boris Johnson warnt vor Ausfall von einem Viertel der Beschäftigten

Im britischen Gesundheitssektor fehlt bereits fast jeder zehnte Mitarbeiter. Mit dem Anstieg der Coronainfektionen fürchtet die Regierung noch massivere Ausfälle in der Arbeitswelt.
Notaufnahme des Royal London Hospital: Stabile Patientenzahlen auf britischen Intensivstationen

Notaufnahme des Royal London Hospital: Stabile Patientenzahlen auf britischen Intensivstationen

Foto: VICKIE FLORES / EPA-EFE

Großbritanniens Regierungschef Boris Johnson hat Notfallpläne für das Szenario eingefordert, dass in den kommenden Wochen bis zu ein Viertel der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen wegen der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante krankgeschrieben oder in Quarantäne sein könnte.

Wie der »Guardian« berichtet , ist die Regierung besorgt, dass es insbesondere im öffentlichen Sektor zu massiven Ausfällen kommen könnte. Johnson habe deshalb die zuständigen Minister gebeten, »robuste« Pläne für den Ernstfall auszuarbeiten.

Am Freitag fehlten mehr als 110.000 Beschäftigte im Gesundheitssektor bei der Arbeit, wie die »Sunday Times« berichtete. Das entspreche fast jedem zehnten Beschäftigten. Demnach war rund die Hälfte davon an Covid-19 erkrankt oder musste in Quarantäne.

Großbritannien sieht sich derzeit mit immer neuen Rekordzahlen an Covid-19-Neuinfektionen konfrontiert. Dies liegt vor allem an der Omikron-Variante des Virus. Am Freitag wurden 189.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden vermeldet. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen steigt seit einiger Zeit wieder an und ist so hoch wie seit März nicht mehr.

Ältere Schüler in England sollen wieder Masken tragen

Auf den Intensivstationen sei die Zahl der Patienten aber stabil, schrieb Gesundheitsminister Sajid Javid am Samstag in einem Beitrag  für die Zeitung »Daily Mail«. Man sei noch weit von den Zahlen entfernt, die es vor rund einem Jahr gegeben habe. Dies sei auch auf die massive Impfkampagne im Königreich zurückzuführen. Deshalb solle es in Großbritannien nur »als absolut letzten Ausweg« neue Einschränkungen geben, so Javid. Das Land müsse »versuchen, mit Covid-19 zu leben«.

Ältere Schüler sollen in England jedoch fortan im Klassenzimmer wieder Masken tragen. Die vorläufige Empfehlung betrifft Schülerinnen und Schüler von der siebten Klasse an, also etwa im Alter von zwölf Jahren. Das teilte die Regierung am Sonntag wenige Tage vor dem Wiederbeginn des Unterrichts mit. Dies solle sicherstellen, dass so viele Jugendliche so lange wie möglich die Schule besuchen könnten.

In Schottland, Wales und Nordirland gilt seit Langem eine Maskenempfehlung in Klassenzimmern. Gesundheitspolitik ist im Vereinigten Königreich Sache der Regionalregierungen. Für England, das keine eigene Regierung hat, ist die Zentralregierung in London zuständig.

lov/AFP/dpa
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