Klage gegen Behörden Italienische Corona-Hinterbliebene fordern Millionenentschädigung

Vertreter italienischer Corona-Opfer werfen dem Staat vor, in der Pandemie nicht schnell genug gehandelt zu haben. Sie verlangen von Regierung und Behörden 200.000 Euro pro Verstorbenem.
Rettungssanitäter vor einem Krankenhaus in Brescia (März 2020): Bislang starben nach Angaben des italienischen Gesundheitsministeriums mehr als 69.800 Menschen mit Corona

Rettungssanitäter vor einem Krankenhaus in Brescia (März 2020): Bislang starben nach Angaben des italienischen Gesundheitsministeriums mehr als 69.800 Menschen mit Corona

Foto: -/ picture alliance/dpa

Eine Gruppe aus Vertretern von Corona-Opfern in Italien will Regierungsvertreter und Behörden verklagen. Sie fordert 100 Millionen Euro Entschädigung.

Die Vereinigung Noi Denunceremo (Wir werden anprangern) gab an, am Mittwoch eine Klage im Namen von 500 Hinterbliebenen von Corona-Toten einzureichen. Sie richte sich gegen den Ministerpräsidenten Giuseppe Conte, den Präsidenten der Region Lombardei, Attilio Fontana, und Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza.

Je Opfer verlangt die Gruppe 200.000 Euro Entschädigung, was insgesamt 100 Millionen Euro ergeben würde. Noi Denunceremo wirft den Behörden vor, in der Pandemie nicht schnell genug gehandelt zu haben, was zu gravierenden Folgen für die Wirtschaft und die Gesellschaft geführt habe.

Im August hatte die Staatsanwaltschaft in Bergamo bereits ermittelt, nachdem Noi Denunceremo rund 150 Anzeigen gegen unbekannt eingereicht hatte. Ein Teil der Untersuchungen konzentrierte sich auf die Frage, warum die Politik Anfang März keine Sperrzonen um Bergamo beziehungsweise stark betroffene Vororte eingerichtet habe.

Kritiker hinterfragen, ob Italiens Pandemieplan auf der Höhe der Zeit war. Bislang starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 69.800 Menschen mit Corona. Die Behörden registrierten insgesamt mehr als 1,977 Millionen Infektionen.

asa/dpa

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