EU-Brexit-Chefverhandler Michel Barnier hat Covid-19

Innerhalb kurzer Zeit soll EU-Chefunterhändler Michel Barnier den Brexit-Deal mit Großbritannien aushandeln - nun infizierte er sich mit dem Coronavirus. Für die Verhandlungen könnte Corona zum Problem werden.
EU-Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier

EU-Brexit-Chefunterhändler Michel Barnier

Foto: Virginia Mayo/ AP

Der EU-Beauftragte für die Brexit-Verhandlungen, Michel Barnier, ist eigenen Angaben zufolge mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Er sei positiv getestet worden, sagte der 69-jährige Franzose in einer Videobotschaft auf Twitter. "Es geht mir gut, und die Moral ist gut." Er befinde sich unter strenger Quarantäne zu Hause und werde den nötigen Empfehlungen folgen.

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Barnier ist Chefunterhändler für die EU in den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen mit Großbritannien. Bis zum Austritt des Königreichs aus der EU am 31. Januar führte er im Namen Brüssels die Brexit-Verhandlungen mit London.

Die Gespräche zu künftigen Regelungen zwischen EU und Großbritannien finden seit Monatsbeginn abwechselnd in Brüssel und London statt. Vergangene Woche legte Barnier einen ersten Entwurf vor. Was die Infektion für den Prozess bedeutet, war zunächst nicht absehbar.

Wegen einer Übergangsphase bis Ende 2020 sind die Auswirkungen des Brexits bislang gering - so lange bleibt Großbritannien noch Mitglied des EU-Binnenmarkts und der Zollunion. Sollte jedoch bis Ende der Frist keine Vereinbarung über ein Freihandelsabkommen gelingen, droht ein harter Bruch - mit heftigen Belastungen für die Wirtschaft.

Wegen der Corona-Pandemie haben London und Brüssel ihre Verhandlungen aktuell bis auf Weiteres ausgesetzt. Führende EU-Abgeordnete hatten schon vor Ausbruch der Coronakrise an London appelliert, die Übergangsphase zu verlängern. Die vorgesehene Zeit bis Jahresende reiche nicht aus, um alle nötigen Handelsabkommen zu schließen, sagte etwa EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Die Option für eine zweijährige Verlängerung ist im Brexit-Vertrag vorgesehen. Die britische Regierung lehnt bislang jedoch strikt ab, sie zu beanspruchen.

Im Zuge der Coronakrise mehren sich auch innerhalb Großbritanniens Stimmen, die für eine Verlängerung der Verhandlungsphase mit der EU plädieren. Zuletzt hatten dies oppositionelle Abgeordnete der Labour-Partei gefordert.

ire/dpa/afp
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