Coronavirus Rückholflug aus Wuhan unterwegs nach Deutschland

In China sind nun mehr als 11.000 Menschen Corona-infiziert. 120 Deutsche werden nun aus der am stärksten betroffenen Stadt Wuhan mit einem Jet der Bundeswehr ausgeflogen - doch die Ankunft in Frankfurt verzögert sich.
Luftwaffe-Airbus "Kurt Schumacher" wird am Nachmittag in Frankfurt am Main landen

Luftwaffe-Airbus "Kurt Schumacher" wird am Nachmittag in Frankfurt am Main landen

Foto: Oliver Berg/ dpa

Ein Flugzeug der Bundeswehr mit mehr als 120 Deutschen und anderen Staatsbürgern an Bord ist in der Nacht im chinesischen Wuhan zum Rückflug nach Deutschland gestartet, teilte das Einsatzführungskommando mit. Die Maschine hatte auf dem Hinflug Hilfsgüter für die Bekämpfung der Epidemie in China dabei, die die chinesischen Behörden angefordert hatten.

Die Ankunft des Fluges aus dem Coronavirus-Zentrum verzögert sich nach SPIEGEL-Informationen jedoch. Ursprünglich sollte die Maschine in Moskau zwischenlanden, weil die Piloten sonst die maximale Flugzeit überschreiten würden. Nun wurde der Flug nach Helsinki umgeleitet.

Nach SPIEGEL-Informationen hatte Russland in der Nacht eine zuvor in Aussicht gestellte Landegenehmigung spontan wieder zurück gezogen. In Moskau hätte der Luftwaffen-Jet aufgetankt werden sollen, zudem sollten die Piloten ausgetauscht werden.

Fußgängerbrücke in Wuhan am Luftwaffe-Airbus "Kurt Schumacher" am Samstagmorgen

Fußgängerbrücke in Wuhan am Luftwaffe-Airbus "Kurt Schumacher" am Samstagmorgen

Foto: dpa

Die Planänderung durch Moskau soll laut Flugbereitschaftskommandeur wegen "mangelnder Kapazität am Boden" geschehen sein, sagte dieser der "Bild am Sonntag". Für den Pilotentausch soll demnach eine A310-Crew bereits am Donnerstag nach Moskau gereist sein. Nun wurde eine solche Crew am Samstagmorgen nach Helsinki geflogen.

14 Tage ins Quarantänezentrum in Germersheim

Nach der Ankunft am Endziel Frankfurt werden die Menschen zunächst in einer umgebauten Turnhalle erneut auf mögliche Symptome getestet. Anschließend werden die Rückkehrer in ein Quarantänezentrum im rheinland-pfälzischen Germersheim gebracht, wo sie für die Dauer der Inkubationszeit des Virus von 14 Tagen bleiben müssen.

Vor dem Start hatte es geheißen, nur wer symptomfrei sei, dürfe fliegen. Allerdings ist aus den bisherigen Infektionswegen bekannt, dass auch nicht erkrankte Infizierte das neuartige Coronavirus (2019-nCoV) weitergeben können.

In Deutschland sind nun sieben Menschen mit dem Virus infiziert. Sie arbeiten beim Automobilzulieferer Webasto in Bayern oder hatten Kontakt mit Personen, die dort arbeiten. In dem Unternehmen hatte eine Mitarbeiterin aus China das Virus eingeschleppt.

In China hat die Zahl der Infizierten nach staatlichen Angaben am Freitag die Marke von 11.000 Infizierten übersprungen. Allein an einem Tag wurden demnach mehr als 2000 Neuinfektionen registriert.

USA und Australien verweigern Chinareisenden die Einreise

Die USA haben am Freitag ihre Maßnahmen verschärft: Reisende, die zuvor in China waren, wird nun die Einreise in die USA verweigert. US-Amerikaner, die aus der am stärksten betroffenen Provinz Hubei zurückkehren, kommen in eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne. Die britische Botschaft in Peking hat indes ihr nicht notwendiges Personal in der diplomatischen Vertretung reduziert.

Zahlreiche Fluglinien haben mittlerweile den Verkehr mit China eingestellt. Aufgrund internationaler Bestimmungen kündigte nun auch die australische Qantas an, vom 9. Februar an Peking und Shanghai nicht mehr anzufliegen. Das gelte vorerst bis zum 29. März, teilte die Fluglinie mit. Auch für Australien gilt nun, ähnlich wie in den USA, ein Einreiseverbot für Chinareisende ausländischer Nationalität.

cht, mgb/dpa