Coronapandemie Russland bietet Nordkorea Impfstoff an

Nordkoreas Gesundheitssystem ist rückständig, ein Corona-Ausbruch könnte das Land hart treffen. Nun hat der russische Außenminister seine Unterstützung angeboten.
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (l.) und der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen im Mai 2018

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un (l.) und der russische Außenminister Sergej Lawrow bei einem Treffen im Mai 2018

Foto: REUTERS(KCNA

Offiziellen Angaben zufolge gibt es in Nordkorea noch keine Coronafälle. Das isolierte Land meldet auch mehr als ein Jahr nach dem Ausbruch der Pandemie keine einzige Infektion mit dem Virus. Doch kürzlich ließ Diktator Kim Jong Un ranghohe Beamte austauschen, weil sie einen »kritischen« Vorfall verursacht hätten. Experten vermuteten einen Corona-Ausbruch.

Russland hat dem Land daher erneut Unterstützung angeboten. »Mehr als einmal haben wir in Kontakten über unsere Botschaft mit Vertretern der nordkoreanischen Führung über unsere Bereitschaft gesprochen, die notwendige Hilfe zu leisten, wenn dies erforderlich ist«, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow auf einer Pressekonferenz. »Dies gilt bei Bedarf sowohl für den Impfstoff als auch für medizinische Geräte. Wir leisten unseren nordkoreanischen Nachbarn regelmäßig humanitäre Hilfe in anderer Form.« In Nordkorea würde noch immer ein »fast vollständiger Lockdown« andauern.

Ein größerer Corona-Ausbruch könnte Nordkorea hart treffen, weil das Gesundheitssystem extrem rückständig ist. Nordkorea hatte bereits frühzeitig die Grenzen dichtgemacht und ein »nationales Notfallsystem« gegen das Virus eingerichtet. Deshalb war auch der wichtige Handel mit China eingebrochen.

Uno sieht das Land vor einer Ernährungskrise

Erst vor wenigen Wochen hatte Nordkorea eingeräumt, dass es eine Lebensmittelkrise im Land gibt. Sogar den Gewichtsverlust von Machthaber Kim Jong Un nutzte die Führung in Pjöngjang für ihre Propaganda. Nach Einschätzung von Uno-Experten dürfte die Nahrungsmittelknappheit sogar schlimmer ausfallen als bislang angenommen.

Einem Anfang der Woche veröffentlichten Bericht der Uno-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) zufolge dürften dem Land rund 860.000 Tonnen Nahrungsmittel fehlen, um seine Bevölkerung angemessen zu ernähren. Nordkorea stehe eine »harte Durststrecke« bevor.

Das weitgehend isolierte Land produziert selbst nicht ausreichend Nahrungsmittel und ist zumindest teilweise auf Importe angewiesen. Wegen seines Atomwaffen- und Raketenprogramms unterliegt Pjöngjang aber einer Vielzahl internationaler Sanktionen.

lau
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