Möglicher Stopp von Beitragszahlungen WHO empört über Trumps Drohung

Donald Trump wirft der Weltgesundheitsorganisation vor, in der Coronakrise versagt zu haben - und droht mit einer Streichung der US-Beitragszahlungen. Die WHO verwahrt sich gegen die Kritik.
Donald Trump: Der US-Präsident hat in der Coronakrise einen neuen Gegner ausgemacht

Donald Trump: Der US-Präsident hat in der Coronakrise einen neuen Gegner ausgemacht

Foto: Jim Loscalzo/ imago images/ZUMA Wire

Die Weltgesundheitsorganisation hat beim Umgang mit der Coronavirus-Pandemie "wirklich Mist gebaut", findet Donald Trump - und brachte ins Spiel, die Beitragszahlungen der USA zu streichen. Die WHO reagiert nun mit Empörung auf Trumps Kritik und Drohung.

"Wir sind noch immer in der akuten Phase der Pandemie, daher ist jetzt nicht die Zeit, die Finanzierung zu verringern", sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge.

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Bruce Aylward, ein führender Berater des WHO-Generaldirektors Tedros Adhanom Ghebreyesus, wies Trumps Kritik zurück, die WHO sei "China-zentriert". Es sei sehr wichtig, mit den Chinesen zusammenzuarbeiten, um den frühen Ausbruch zu verstehen. Das habe mit China im Besonderen nichts zu tun. In der Volksrepublik war das neuartige Coronavirus zuerst bestätigt worden und breitete sich anschließend weltweit aus.

Trump hatte der WHO vorgeworfen, sie werde zu großen Teilen von den USA finanziert, sei aber zu sehr auf China fokussiert und habe schlechte Ratschläge erteilt. Zum Glück habe er früh die Empfehlung der WHO verworfen, die Grenzen zu China offen zu lassen. Die USA haben 2019 mehr als 400 Millionen Dollar an die WHO gezahlt, so viel wie kein anderer Staat. China steuerte 44 Millionen Dollar bei.

Mit fast 400.000 sind die weltweit meisten Infektionsfälle in den USA bekannt. Dort wurden am Dienstag mehr als 1800 weitere Tote gemeldet - so viele wie nie zuvor an einem einzigen Tag. Insgesamt starben mehr als 12.700 Menschen, allein im Bundesstaat New York erlagen binnen 24 Stunden 731 Menschen der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19.

Während zuletzt auch zunehmend andere Vertretern aus Trumps Republikanischer Partei die WHO angriffen, wurde der Präsident von der Opposition seinerseits wiederholt kritisiert, viel zu zaghaft im Kampf gegen das Virus gewesen zu sein. Am Dienstag angesprochen auf Memos seines Handelsberaters Peter Navarro, in denen dieser bereits Ende Januar vor den Risiken durch das in China aufgetretene neuartige Coronavirus warnte, sagte Trump, er habe diese Notizen nicht gesehen und erst jetzt davon erfahren.

als/Reuters
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