Nach Einreise aus der Türkei Zwei Migranten auf Lesbos haben das Coronavirus

Zum ersten Mal ist bei Migranten auf Lesbos das Coronavirus nachgewiesen worden. Die Infizierten sollen sich allerdings seit ihrer Einreise in Quarantäne befinden. Einen Zusammenhang mit dem Lager Moria soll es aber nicht geben.
Migranten auf Lesbos (Archivbild)

Migranten auf Lesbos (Archivbild)

Foto: Milos Bicanski/ Getty Images

Zwei Migranten, die in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu der griechischen Insel Lesbos übergesetzt hatten, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte am Dienstag ein Sprecher des griechischen Corona-Krisenstabes mit.

Die beiden Menschen leben demnach aber nicht in dem überfüllten Lager Moria auf Lesbos, wo mehr als 17.500 Menschen untergebracht sind. Sie seien zusammen mit anderen 68 Migranten am 6. und 10. Mai aus der Türkei gekommen und hätten sich seitdem in einer 14-tägigen Quarantäne in einem provisorischen Camp im Norden der Insel befunden, so der Sprecher. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte eine nicht näher genannte Quelle aus dem Ministerium für Migration: "Es gibt absolut keine Verbindung zwischen dieser Quarantäneeinrichtung und der von Moria."

Es ist das erste Mal, dass Migranten auf einer der griechischen Inseln Corona-positiv getestet worden sind. Im und um das Lager von Moria wird scharf kontrolliert. Der Ausgang ist begrenzt erlaubt. Die griechischen Behörden haben bereits Isolierstationen aufgebaut, falls das Coronavirus auch in Moria ausbrechen sollte.

Zum Schutz vor einer Ausbreitung des Coronavirus im Lager Moria brachten die griechischen Behörden zuletzt Hunderte Flüchtlinge auf das Festland. Davor hatte es Proteste der Menschen gegeben, sie wiesen bereits Ende April auf ihre prekäre Situation hin. Sie trugen Transparente mit dem Spruch: "Freiheit für alle. Wir sind Covid-19 ausgesetzt."

ptz/dpa/Reuters
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