Weitergabe von Staatsgeheimnissen? Chef des dänischen Geheimdiensts muss in Haft bleiben

Der Skandal erschüttert Dänemark: Der hochrangige Beamte Lars Findsen soll geheime Informationen weitergegeben haben. Ebenso unter Verdacht: ein ehemaliger Verteidigungsminister und mehrere Mitarbeiter des Geheimdiensts.

Der Chef des dänischen Geheimdiensts Lars Findsen muss in Haft bleiben. Dies hat ein Gericht in Kopenhagen entschieden. Dänischen Medienberichten und der Nachrichtenagentur Reuters zufolge wird Findsen die Weitergabe von streng geheimen Informationen vorgeworfen.

Findsen war bereits Anfang Dezember aus noch unbekannten Gründen festgenommen worden. Seine Haft wurde nun um weitere vier Wochen verlängert, berichtet der dänische öffentlich-rechtliche Rundfunk DR. Die Gerichtsanhörungen dauerten elf Stunden.

Geheimdienstskandal von nationaler Tragweite

Der Fall hat in Dänemark einen Skandal ans Licht gebracht, infolgedessen mehrere Geheimdienstmitarbeiter wegen der Weitergabe von Staatsgeheimnissen angeklagt wurden. Außerdem wurde enthüllt, wie der US-Geheimdienst NSA dänische Daten verwendet hat, um hochrangige Beamte in Nachbarländern auszuspionieren.

Der Fall spitzte sich im vergangenen Monat zu, nachdem bekannt wurde, dass sowohl Findsen als auch der ehemalige Verteidigungsminister Claus Hjort Frederiksen wegen der Weitergabe von Staatsgeheimnissen angeklagt und festgenommen worden waren. Frederiksen sagte in einer Erklärung am 14. Januar, dass er »nie im Traum daran denken würde, etwas zu tun, was Dänemark oder Dänemarks Interessen schaden könnte«.

col/Reuters
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