Deborah Birx Trumps Coronaberaterin arbeitet künftig für Hersteller von Luftreinigern

Als Gesundheitsexpertin der Trump-Regierung bot sie dem Präsidenten nur selten die Stirn. Nun scheidet Deborah Birx aus – und lobt die neue Regierung.
Deborah Birx bei einer Pressekonferenz (Archivbild): »Die Biden-Administration wollte einen Neuanfang«

Deborah Birx bei einer Pressekonferenz (Archivbild): »Die Biden-Administration wollte einen Neuanfang«

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JONATHAN ERNST/ REUTERS

Donald Trumps ehemalige Koordinatorin der Corona-Task-Force, Deborah Birx, hat einen neuen Job in der Privatwirtschaft. Die Gesundheitsexpertin berät künftig ein Unternehmen mit Sitz im texanischen Dallas, das sich auf Luft- und Oberflächen-Reinigung spezialisiert hat.

Birx kam 2020 ins Weiße Haus, um die Bemühungen der Trump-Administration in der Pandemie zu koordinieren. Sie wurde allerdings immer wieder dafür kritisiert, dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump nicht oft genug widersprochen zu haben. Als Trump bei einer Pressekonferenz mutmaßte, ob die Einnahme von Desinfektionsmitteln gegen das Coronavirus helfen könnte, saß Birx schweigend im Raum. Im Fernsehen verteidigte sie den Präsidenten gegen seine Kritiker.

Bereits Ende Dezember hatte Birx angekündigt, dass sie das Weiße Haus nach der Übergangsphase des neuen Präsidenten verlassen werde. »Die Biden-Regierung wollte einen Neuanfang«, sagte sie in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. »Ich verstehe das vollkommen.« Sie sei nach wie vor besorgt über die Anzahl der verfügbaren Coronatests, lobte aber die neue Regierung dafür, dass sie unter anderem das Tragen von Schutzmasken konsequent vorlebt.

Birx' Rücktrittsankündigung war Kritik an ihrem persönlichen Verhalten in der Coronakrise vorausgegangen. Birx hatte die Amerikanerinnen und Amerikaner aufgefordert, den Feiertag nur mit Angehörigen des eigenen Haushalts zu verbringen. Wie später herauskam, hatte sie Thanksgiving aber mit Verwandten aus zwei weiteren Haushalten in Delaware gefeiert. 

An dem Coronavirus sind in den Vereinigten Staaten mehr als 530.000 Menschen gestorben, mehr als in jedem anderen Land. »Wenn man die 100.000 Menschen zählt, die wir über den Sommer verloren haben, und die 300.000 Menschen, die in der Herbst-Winter-Welle gestorben sind, muss man sich selbst fragen und erkennen, dass es nicht so gut gelaufen ist, wie es hätte laufen sollen«, sagte Birx. »Wir alle sind dafür verantwortlich.«

rai/Reuters
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