Detonation in Munitionsdepot auf der Krim »Was ist dort passiert?«

In einem Radius von fünf Kilometern wurde das Gebiet um ein explodiertes Munitionsdepot abgesperrt – über 3000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Sie haben Fragen und wollen zurück.
DER SPIEGEL

Erneut haben mehrere Explosionen, die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim erschüttert. Die russische Nachrichtenagentur RIA berichtet von einem Brand in einem Umspannwerk in der Nähe der Ortschaft Dschankoj. Zudem soll es Detonationen in einem Munitionsdepot gegeben haben.

Sergei Aksyonov, Gouverneur der Krim

»Der derzeitige Stand der Dinge ist, dass die Ursache des heutigen Vorfalls Sabotage war. Wir verstehen bereits, was passiert ist. Wir haben mehr als 3.000 Menschen aus den Siedlungen Mayskoye und Azovskoye im Dschankoj-Distrikt evakuiert. «

Laut russischen Angaben wurden zwei Menschen verletzt. Die Explosionen beschädigten auch eine Bahnstrecke, der Zugverkehr von und nach Moskau wurde eingeschränkt und eine Fünf-Kilometer-Zone um das Lagerhaus, in dem die Detonation stattgefunden hat, abgesperrt.

Tamara Modovskaya, Einwohnerin aus Mayskoye auf der Krim

»Wir wollen einfach nur so schnell wie möglich nach Hause. Wir wollen wissen: Wie ist es zu Hause? Was ist dort passiert? Wir wissen gar nichts. Sie haben gesagt, dass das Haus meines Nachbarn beschädigt wurde. Aber wir wissen es nicht mit Sicherheit.«

Es ist bereits der dritte militärische Zwischenfall auf der Krim in nur wenigen Wochen. Erst am Dienstag vor einer Woche hatte es schwere Explosionen auf einem russischen Militärstützpunkt gegeben. Dabei wurden zehn russische Flugzeuge und größere Mengen Munition zerstört. Die Ukraine hat bislang nicht die Verantwortung für die Vorfälle übernommen. Allerdings sprach der Leiter des ukrainischen Präsidialamts von einer »Operation Entmilitarisierung.«

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.