Wenige Tage vor Präsidentenwahl Deutsche-Welle-Journalist in Belarus verhaftet

Alexander Burakov, Journalist der Deutschen Welle, wurde in Belarus verhaftet. Das berichtet der Sender. Demnach ist es die zweite Verhaftung des Journalisten.
Belarussische Polizisten kontrollieren einen Mann, der auf eine Oppositions-Kundgebung möchte

Belarussische Polizisten kontrollieren einen Mann, der auf eine Oppositions-Kundgebung möchte

Foto: TATYANA ZENKOVICH/EPA-EFE/Shutterstock

Der Journalist Alexander Burakov, der für die Deutsche Welle arbeitet, wurde in der belarussischen Stadt Mogilyov festgenommen. Das teilte der Sender mit. Demnach wurde Burakov am Mittwoch von der Polizei gestoppt, weil er unter Verdacht stehe, "gefälschten Alkohol" mitzuführen. Die Polizisten konnten in Burakovs Auto nichts finden - danach erklärten sie, dass das Auto gestohlen worden sei. Nach Informationen des Senders besitzt Burakov sein Auto seit 2013.

Wenige Stunden später wurde Burakov freigelassen, aber direkt danach, wenige Meter von der Polizeistation entfernt, wieder in Gewahrsam genommen. Die Umstände seien unklar, heißt es laut Mitteilung des Senders. Laut Boris Vyrich, von der Organisation belarussischer Journalisten in Mogilyov, wurde von Zeugen beobachtet, wie Burakov auf der Straße mit einer Frau diskutierte und sagte: "Es ist eine Provokation." Die Redaktion der Deutschen Welle kann ihren Korrespondenten nach wie vor nicht erreichen, obwohl sie es nach SPIEGEL-Informationen öfter probiert habe.

Lukaschenko geht gegen Gegner hart vor

Am Sonntag findet in Belarus die Präsidentschaftswahl statt. Der autoritäre Machthaber Alexander Lukaschenko will nach 26 Jahren für eine weitere Amtszeit gewählt werden. In der Ex-Sowjetrepublik hatten Gegner des 65-jährigen Lukaschenko noch nie einen solchen Zulauf wie diesmal. Die 37-jährige Swetlana Tichanowskaja ist als einzige Kandidatin der Opposition zur Wahl zugelassen. Sie kämpft für ihren Mann Sergej Tichanowski, einen populären Blogger, der als Gegner Lukaschenkos frühzeitig inhaftiert wurde. Unterstützt wird sie von der Ehefrau des nicht zugelassenen Präsidentschaftskandidaten Walerij Zepkalo, der nach Russland geflüchtet ist. Kolesnikowa leitete den Wahlkampfstab des ebenfalls nicht zugelassenen Bewerbers Viktor Babariko, der auch im Gefängnis sitzt. Die Verfahren gelten als politisch motiviert.

Lukaschenko ließ politische Gegner verfolgen, wegsperren, von Wahlen ausschließen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisiert die Einschüchterung der Presse. "Das massive Vorgehen der Behörden in Belarus gegen Journalistinnen und Journalisten ist ein durchsichtiger Versuch, unabhängige Berichte über das Aufbegehren der Menschen gegen eine Wiederwahl von Präsident Lukaschenko zu verhindern", sagte RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger. "Diese illegale Behinderung der Arbeit von Medienschaffenden muss unabhängig untersucht und die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden." 

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