Auffällige Häufung Die Corona-Infizierten aus dem Rosengarten

Diverse Teilnehmer einer Veranstaltung im Weißen Haus sind mit Corona infiziert - darunter der Präsident selbst. Corona-Regeln wurden ignoriert. Könnte das Event der Ursprung der Krise gewesen sein?
Nominierung im Rosengarten am vergangenen Samstag

Nominierung im Rosengarten am vergangenen Samstag

Foto: Shawn Thew / EPA-EFE / Shutterstock

Noch ist unklar, wo sich Donald Trump mit dem Coronavirus angesteckt hat. Der Präsident hat in den vergangenen Wochen täglich zahlreiche Termine absolviert. Doch eine dieser Veranstaltungen rückt nun in den Fokus der Öffentlichkeit: die Nominierung von Amy Coney Barrett als Richterin am Supreme Court. Trump hatte die Juristin am vergangenen Samstag für das höchste Richteramt vorgeschlagen, und seitdem sind mindestens sieben Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Fotos zeigten, wie Gäste ohne Maske und Mindestabstand zusammenstanden und sich umarmten. Die Nominierung selbst fand im Rosengarten des Weißen Hauses statt, also draußen. Beim anschließenden Empfang hielten sich die Gäste laut Washington Post aber auch in den Innenräumen auf.

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Enger Austausch im Rosengarten

Foto: Rod Lamkey / CNP / MediaPunch / imago images

Die prominentesten Infizierten sind Donald Trump selbst und seine Ehefrau Melania. Die Erkrankung der beiden wurde am Freitag bekannt. Der Präsident wurde zur Behandlung in ein Militärkrankenhaus geflogen, als Vorsichtsmaßnahme, wie es aus dem Weißen Haus hieß.

Ebenfalls erkrankt ist der Präsident der University of Notre Dame, John Jenkins. Er war zur Nominierung am Samstag eingeladen, weil die Nominierte Barrett in Notre Dame studiert hat. Er war danach universitätsintern in die Kritik geraten und hatte sich dafür entschuldigt , bei der Veranstaltung Corona-Regeln missachtet zu haben.

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Jenkins erklärte, nach Ankunft im Weißen Haus habe man bei ihm einen Nasenabstrich für einen Corona-Schnelltest gemacht. Solche Schnelltests liefern ein sofortiges Ergebnis, sind aber unzuverlässiger als aufwendige PCR-Tests. Jenkins schrieb, er sei anschließend mit anderen Gästen in einen Raum gebracht worden, dort hätten alle eine Maske getragen. Wenig später habe man ihnen mitgeteilt, dass alle Schnelltests negativ seien und sie ihre Masken nun abnehmen könnten. Jenkins bezeichnete es als Fehler, keine Maske getragen und Hände geschüttelt zu haben. Er sei daran gescheitert, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Neben Jenkins ist mit Kellyanne Conway in den vergangenen Tagen eine weitere Person erkrankt, die Trump nicht (mehr) täglich sieht. Conway ist eine langjährige Beraterin Trumps und seine frühere Wahlkampfchefin. Sie hatte im August gekündigt, war bei Barretts Nominierung dabei, allerdings auch bei den Vorbereitungen für das TV-Duell mit Joe Biden.

Unter den Neuinfizierten sind außerdem zwei republikanische Senatoren: Mike Lee aus Utah und Thom Tillis aus North Carolina. Der siebte Erkrankte ist ein Journalist, der auf der Veranstaltung war, wie die Vereinigung der Korrespondenten im Weißen Haus mitteilte.

Auffällig neben der Häufung ist auch der Zeitablauf. Corona-Infizierte entwickeln im Schnitt fünf Tage nach ihrer Ansteckung Symptome . Nach der Nominierung am Samstag wären Symptome also etwa am Donnerstag zu erwarten gewesen - was recht gut zum Zeitverlauf bei Trump passt, der seine Infektion am Freitag bekannt gab.

Tatsächliche Belege für die Infektionskette von Trump gibt es bisher nicht. Er könnte sich beispielsweise auch bei seiner Mitarbeiterin Hope Hicks angesteckt haben, mit der er in engem Austausch steht, und die bereits am Mittwoch positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Hicks war bei der Nominierung von Barrett im Rosengarten nicht dabei. Auch eine gänzlich andere Quelle der Ansteckung ist denkbar.

sep
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