Zugunsten ukrainischer Kinder Russischer Friedensnobelpreisträger versteigert seine Medaille für 103,5 Millionen Dollar

Der russische Journalist Dmitri Muratow bekam 2021 den Friedensnobelpreis. Nun wechselt seine Medaille für 103,5 Millionen Dollar den Besitzer. Der Erlös soll geflüchteten ukrainischen Kindern zugutekommen.
Muratow bei der Versteigerung in New York

Muratow bei der Versteigerung in New York

Foto: JASON SZENES / EPA

Der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow hat seine Nobelpreismedaille für 103,5 Millionen Dollar versteigert (umgerechnet etwa 98,4 Millionen Euro). Der Erlös wurde am Montag bei einer Auktion in New York erzielt und soll geflüchteten ukrainischen Kindern zugutekommen.

Den Zuschlag für die Medaille sicherte sich ein bisher anonym gebliebener Bieter per Telefon. Der Erlös der Versteigerung geht nach Angaben des Auktionshauses Heritage Auctions  an das Hilfsprogramm für geflüchtete ukrainische Kinder des Uno-Kinderhilfswerks Unicef.

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Muratow ist Chefredakteur der unabhängigen russischen Zeitung »Nowaja Gaseta«. Ende März musste sie ihr Erscheinen einstellen, nachdem sie von den Behörden wegen ihrer Berichterstattung über die russische Invasion in der Ukraine mehrfach verwarnt worden war.

Russische Medien waren nach dem Einmarsch in die Ukraine angewiesen worden, nur offizielle Informationen der russischen Behörden für ihre Berichterstattung zu verwenden. Begriffe wie »Angriff« oder »Invasion« im Zusammenhang mit dem Einmarsch in die Ukraine sind verboten. Die Behörden stellen den Angriffskrieg auf die Ukraine lediglich als »Sondereinsatz« des Militärs und Friedensmission zum Schutz russischsprachiger Ukrainer dar.

Muratow war wegen seiner Verdienste um die Meinungsfreiheit im vergangenen Oktober gemeinsam mit der philippinischen Journalistin Maria Ressa mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Muratows Nobelpreismedaille, die in New York versteigert wurde

Muratows Nobelpreismedaille, die in New York versteigert wurde

Foto: Eduardo Munoz Alvarez / AP

Im April wurde Muratow während einer Zugfahrt in Russland mit einer Mischung aus Ölfarbe und Aceton attackiert, was bei ihm nach eigenen Angaben »fürchterliches« Augenbrennen verursachte. Seit 2000 wurden insgesamt sechs Journalisten der »Nowaja Gaseta« im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet – darunter im Jahr 2006 die Investigativreporterin Anna Politkowskaja. Der Mord ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Die Zeitung wirft den russischen Behörden vor, aus politischen Gründen kein Interesse an einer Aufklärung des Falls zu haben.

aar/AFP
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