Rede zum Abschluss des Parteitags Trump akzeptiert und attackiert

Donald Trump hat zum Finale des Parteitags der Republikaner offiziell die Nominierung seiner Partei angenommen. Der Rest seines Auftritts war eine Mischung aus Eigenlob - und Angriffen auf Joe Biden.
Donald Trump: Angeblich "sozialistische Agenda" beim Gegner

Donald Trump: Angeblich "sozialistische Agenda" beim Gegner

Foto: CARLOS BARRIA / REUTERS

Drei Tage lang hatten die US-Republikaner auf diesen Moment hingearbeitet. Nun geht ihr Parteitag mit einer Rede von Präsident Donald Trump auf dem Südrasen des Weißen Hauses zu Ende. Darin hatte er die Nominierung seiner Partei als Kandidat für die Wahl am 3. November offiziell angekommen. Abgesehen von diesem zeremoniellen Teil wurde es eine Attacke gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden - gemischt mit Verweisen auf die eigenen Erfolge.

Vorgestellt wurde Trump von seiner Tochter Ivanka, die ihn als "Vater", "Großvater" und "Krieger" bezeichnete. Wie erwartet konzentrierte sich Trump darauf, seinen Gegner mit Ausschreitungen und der radikalen Linken in Verbindung zu bringen. Bidens Agenda beinhalte "die extremsten Vorschläge, die je ein Nominierter einer großen Partei vorgelegt hat". Sollte dieser an die Macht kommen, werde er "der Zerstörer amerikanischer Größe sein".

Trump weiter: "Noch nie haben Wähler vor einer klareren Entscheidung gestanden: zwischen zwei Parteien, zwei Visionen, zwei Philosophien und zwei Agenden." Die Demokratische Partei könne das Land nicht führen, wenn sie so sehr damit beschäftigt sei, es zu zerstören.

Vom Gegner kamen schon vor der Rede klare Worte

"Wir haben die letzten vier Jahre damit verbracht, die Schäden zu reparieren, die Joe Biden in 47 Jahren angerichtet hat." Damit spielte Trump auf die Amtszeiten Bidens als Senator und als Vizepräsident an. Er warnte vor der Zerstörung der Zukunft der USA durch eine "sozialistische Agenda".

Schon vor Trumps Auftritt hatte sich der politische Gegner in klaren Worten über den bisherigen Kurs des Landes geäußert - und dem Amtsinhaber ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. "Anstatt sich dem schwierigsten Moment seiner Präsidentschaft zu stellen, ist Donald Trump erstarrt", sagte Kamala Harris, die mit Biden als mögliche Vizepräsidentin in den Wahlkampf zieht.

Auch nach acht Monaten der Coronakrise weigere sich Trump, Verantwortung zu übernehmen. "Es hätte nicht so schlimm kommen müssen", so Harris weiter. Andere Länder hätten viel konsequenter auf den Ausbruch des Virus reagiert. Harris: "Alles, was wir gebraucht hätten, ist ein kompetenter Präsident."

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Missachtung der Corona-Regeln - und des Hatch Act

Harris' Worte waren kaum ausgestrahlt, als erste Livebilder von der Veranstaltung auf dem Gelände des Weißen Hauses eine klare Missachtung der Corona-Regeln nahelegten. Die Stühle für die rund 1500 Gäste bei Trumps Rede standen dicht an dicht. Die allermeisten Gäste trugen keine Schutzmasken. Einige schüttelten in der dicht gedrängten Menge vor Beginn der Veranstaltung Hände. In seiner Ansprache versprach der Präsident einen Sieg über das (in seinen Worten) "China-Virus": "Wir werden vor dem Ende des Jahres oder vielleicht sogar schon früher einen Impfstoff herstellen."

Nicht nur Trumps Rede selbst, sondern auch der Ort seiner Ansprache sorgten im Vorfeld für Debatten. Kritiker werfen ihm vor, das Amt und das Gelände des Weißen Hauses unerlaubt für seine politischen Zwecke zu nutzen. Sie verweisen dabei auf den Hatch Act, der die Verwendung von staatlichen Ressourcen für derartige Wahlkampfveranstaltungen untersagt. Aus dem Hatch Act sind der Präsident und sein Vize zwar ausgeklammert, das gilt aber nicht für andere staatliche Angestellte.

jok/dpa/Reuters
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