»Schlechter Verlierer«-Tweet Trumps Anhänger verlangen Walmart-Boykott

Der republikanische Senator Josh Hawley will bei der Verlesung des Wahlsiegs von Joe Biden Widerspruch einlegen. Der Einzelhandelskonzern Walmart twitterte einen flapsigen Kommentar. Donald Trumps Fans sind empört.
Supermarkt des US-Konzerns Walmart in Watchung, New Jersey (Archivfoto)

Supermarkt des US-Konzerns Walmart in Watchung, New Jersey (Archivfoto)

Foto: Duncan Williams / imago images/ZUMA Press

Wütende Anhänger von US-Präsident Donald Trump wollen Walmart wegen eines Tweets des Einzelhandelsriesen boykottieren. Hintergrund war eine Nachricht des republikanischen Senators Josh Hawley auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Darin kündigte Hawley Widerstand bei der förmlichen Verlesung der Ergebnisse der Präsidentenwahl am 6. Januar im Kongress an. Der Demokrat Joe Biden hatte die Abstimmung gegen Trump gewonnen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das offizielle Twitter-Konto von Walmart antwortete auf Hawleys Botschaft: »Mach doch. Krieg deine zweistündige Debatte« und fügte »#SchlechterVerlierer« als Schlagwort an.

Walmart löschte seine Antwort kurze Zeit später und entschuldigte sich: »Der Tweet wurde fälschlicherweise von einem Mitglied unseres Social-Media-Teams gepostet, das diesen Kommentar in seinem persönlichen Konto veröffentlichen wollte«, teilte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Senator Hawley schäumte unterdessen und attackierte Walmart, es habe »75 Millionen Amerikaner beleidigt« – nämlich alle Trump-Wähler –, und beschuldigte den Konzern, Sklavenarbeit einzusetzen und Niedriglöhne zu zahlen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Derweil verbreitete sich der Vorfall in den sozialen Netzwerken. Vor allem Unterstützer des US-Präsidenten, die dessen haltlose Vorwürfe des Wahlbetrugs offenbar glauben, zeigten sich verärgert. Zahlreiche Nutzer beschimpften Walmart und forderten unter dem Schlagwort »#boycottwalmart«, Geschäfte des Unternehmens zu meiden.

Josh Hawley, Senator der Republikaner, will die Verkündung des Biden-Wahlsiegs verzögern

Josh Hawley, Senator der Republikaner, will die Verkündung des Biden-Wahlsiegs verzögern

Foto: Greg Nash / AP

Bei einer Sitzung im US-Kongress werden am 6. Januar die Ergebnisse der Präsidentenwahl aus den einzelnen Bundesstaaten offiziell gezählt und verkündet. Erst dann ist amtlich, wer die Wahl gewonnen hat. Unter Trumps Republikanern im Repräsentantenhaus gab es schon länger Pläne, bei der Verlesung Einspruch einzulegen. Um Beratungen beider Kammern über das Wahlergebnis zu erzwingen, muss es laut Gesetz Einsprüche von mindestens einem Abgeordneten und einem Senator geben. Mit Hawleys Beteiligung wäre diese Voraussetzung erfüllt. Die Aktion dürfte die Verlesung des Wahlergebnisses aber lediglich verzögern.

Amtsinhaber Donald Trump weigert sich bisher hartnäckig, seine Niederlage einzugestehen. Der Republikaner behauptet, er sei durch massiven Betrug um den Sieg gebracht worden. Weder Trump noch seine Anwälte haben stichhaltige Beweise für diese Behauptungen vorgelegt. Mehr als 50 Klagen des Trump-Lagers wurden bislang von Gerichten abgeschmettert, auch vom obersten US-Gericht, dem Supreme Court.

In seinem Ärger über den Wahlausgang hat sich Trump nun erneut an das Oberste Gericht gewandt. Er habe eine Klage beim Supreme Court in Washington eingereicht, mit der er erreichen wolle, dass die Wahl im Bundesstaat Wisconsin wegen »mehrfacher Rechtsbrüche« für verfassungswidrig und ungültig erklärt werde, teilte sein Wahlkampfteam am Mittwoch mit. Trump wolle zudem erreichen, dass das Parlament in dem Bundesstaat alternative Wahlleute ernennt.

oka/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.