Trump-Beraterin über Coronavirus-Ursprung "Ich habe keinen Beweis dafür, dass es ein Unfall in einem Labor war"

US-Präsident Trump unkt, das neuartige Coronavirus könne aus einem Labor in Wuhan stammen. Beweise dafür liegen der US-Regierung laut Ärztin Deborah Birx aber offenbar nicht vor.
Trump-Beraterin Deborah Birx

Trump-Beraterin Deborah Birx

Foto:

ALEXANDER DRAGO/ REUTERS

Stammt das neuartige Coronavirus von einem Wildtiermarkt oder aus einem Labor in Wuhan? In der Debatte über den genauen Ursprung des Virus warnt die Beraterin von Donald Trump, die Ärztin Deborah Birx, vor voreiligen Schlüssen.

"Jedes Mal, wenn wir ein neues Virus haben, ist es wichtig, seinen Ursprung herauszufinden, und ich denke, wir sind noch weit davon entfernt, ihn herauszufinden", sagte Birx dem TV-Sender CBS. Man wisse lediglich, dass das Virus aus China stamme - woher genau, sei unklar. "Ich habe keinen Beweis dafür, dass es ein Unfall in einem Labor war", sagte Birx. Derzeit sei allgemeiner Konsens, dass sich das Virus von einem Tier auf den Menschen übertragen habe.

Die Corona-Pandemie hat in der zentralchinesischen Stadt Wuhan begonnen. Experten gehen davon aus, dass es von Fledermäusen stammt und direkt oder über ein anderes Tier als Wirt auf den Menschen übergesprungen sein könnte.

In den USA gibt es Berichte unter Berufung auf amerikanische Geheimdiensterkenntnisse, wonach das Virus aus einem Forschungslabor in China stammen könnte. Demnach soll das Virus im Institut für Virologie in Wuhan versehentlich von einem Mitarbeiter in die Stadt gebracht worden sein. Der Leiter des Instituts hat die Anschuldigungen zurückgewiesen.

Trump hatte China am Samstag für die weltweite Verbreitung des Coronavirus verantwortlich gemacht und Konsequenzen angedroht. Dabei sei entscheidend, ob ein Fehler gemacht worden sei und die Lage außer Kontrolle geriet oder eine Absicht dahinterstand, sagte Trump.

DER SPIEGEL

In den USA wurden laut Johns-Hopkins-Universität bereits mehr als 737.000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. Mehr als 40.000 Menschen starben nach einer Infektion.

ptz/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.