Coronavirus Trump bestreitet frühzeitige Warnung durch Geheimdienste

Wann wusste der US-Präsident vom Risiko einer Corona-Pandemie? Schon Anfang des Jahres, sagt die "Washington Post". Das weist Donald Trump nun vehement zurück.
Donald Trump (am 29. April): Thema nur in einer "sehr unbedrohlichen Art" zur Sprache gebracht

Donald Trump (am 29. April): Thema nur in einer "sehr unbedrohlichen Art" zur Sprache gebracht

Foto: Carlos Barria/ REUTERS

Der US-Präsident erhält jeden Morgen ein Briefing der Geheimdienste. Dieses Papier enthält die Einschätzungen zu weltweiten Krisen und Gefahrenlagen. Nun ist ein Streit darüber entbrannt, wann in diesem Briefing zum ersten Mal auf die wachsende Gefahr durch das Coronavirus hingewiesen wurde. Der Zeitpunkt - und die folgende Reaktion des Präsidenten - sind bei der Aufarbeitung des US-Umgangs mit der Pandemie ein wichtiges Indiz.

Donald Trump hat nun einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach US-Geheimdienste ihn bereits frühzeitig vor dem neuartigen Coronavirus gewarnt haben. Die Geheimdienste hätten ihm bestätigt, dass sie das Thema erst im späten Verlauf des Januars erwähnt hätten, schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter. Selbst dann hätten sie das Thema nur in einer "sehr unbedrohlichen Art" zur Sprache gebracht. Das sei kurz vor dem von ihm erlassenen Einreisestopp für Ausländer aus China Ende Januar gewesen, der "Zehntausende Menschenleben" gerettet habe.

Zeitung: Präsident liest die wichtigen Berichte oft nicht

Die "Washington Post" hatte am vergangenen Montag berichtet, US-Geheimdienste hätten in ihren täglichen schriftlichen Berichten für den Präsidenten im Januar und Februar mehr als ein Dutzend Mal vor dem Coronavirus gewarnt . Erstmals sei das Virus Anfang Januar erwähnt worden. Trump, so das Blatt, verzichte regelmäßig darauf, die Berichte zu lesen, und zeige gelegentlich auch wenig Geduld bei den mündlichen Unterrichtungen. Diese erfolgten zwei- bis dreimal pro Woche.

Trump hatte die Gefahr durch das Virus zunächst kleingeredet und wiederholt Vorwürfe zurückgewiesen, er habe zu spät auf die Bedrohung reagiert. Nach einer Übersicht der Johns-Hopkins-Universität sind in den USA inzwischen (Stand Sonntagabend) mehr als 1,15 Millionen Infektionen bestätigt - knapp ein Drittel aller bekannten Infektionen weltweit. Die Wissenschaftler der Universität haben in den USA mehr als 67.000 Todesfälle registriert.

jok/dpa
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