Angeblich kompromittierende Deals Trump drängt Putin zu Herausgabe von Informationen über Bidens Sohn

Mit der Behauptung, Joe Bidens Sohn Hunter sei in illegale Geschäfte verwickelt gewesen, machte Donald Trump bereits Wahlkampf. Beweise blieb er stets schuldig. Nun hofft der Ex-Präsident auf Unterstützung von Wladimir Putin.
Ex-US-Präsident Donald Trump hofft bei seiner Kampagne gegen Joe Biden auf Hilfe aus Moskau (Foto aus dem April 2020)

Ex-US-Präsident Donald Trump hofft bei seiner Kampagne gegen Joe Biden auf Hilfe aus Moskau (Foto aus dem April 2020)

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Alex Brandon / AP

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert, angebliche belastende Informationen über den Sohn seines Nachfolgers Joe Biden preiszugeben.

In einem Interviewauszug, der am Dienstag von der konservativen US-Plattform Real America's Voice  ausgestrahlt wurde, behauptete Trump, dass die Frau des ehemaligen Bürgermeisters von Moskau Hunter Biden 3,5 Millionen Dollar gegeben habe. Trump sagte: »Ich denke, Putin wird die Antwort kennen. Ich denke, er sollte sie herausgeben.«

Trump behauptet seit Langem ohne Beweise, dass Hunter Biden Geld von Elena Baturina, der Frau des verstorbenen Moskauer Bürgermeisters Juri Luschkow, erhalten habe. Biden bestreitet dies.

Trump forderte zudem Informationen über Hunter Bidens Verbindungen zum ukrainischen Oligarchen Nikolai Slotschewskij, dem Eigentümer des ukrainischen Gaskonzerns Burisma, in dessen Aufsichtsrat Hunter Biden zeitweise saß, als sein Vater US-Vizepräsident war.

Das Repräsentantenhaus hatte 2019 sogar ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump eingeleitet, weil er versucht hatte, den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zur Preisgabe angeblich kompromittierender Informationen über Hunter Biden zu bewegen. Trump hatte behauptet, dass Joe Biden die Entlassung eines ukrainischen Staatsanwalts erwirkt habe, um Burisma vor Korruptionsklagen zu schützen. Das Amtsenthebungsverfahren gegen Trump scheiterte schließlich im Senat.

Trumps Äußerungen kommen zu einem brisanten Zeitpunkt, da Biden den russischen Präsidenten wegen Moskaus Attacke gegen die Ukraine als »Kriegsverbrecher« bezeichnet hatte. Eine weitere Aussage Bidens, wonach Putin »nicht an der Macht bleiben könne« , sorgte auf russischer Seite für weitere Verstimmungen. Biden hatte die Aussagen jüngst verteidigt. »Ich entschuldige mich nicht für meine persönlichen Gefühle«, sagte der US-Präsident.

fek/AFP