John Boltons Buch Trump droht seinem früheren Sicherheitsberater

John Boltons Buch sorgt im Weißen Haus für Unruhe. Sollte das Werk tatsächlich erscheinen, muss der frühere Sicherheitsberater laut Präsident Trump mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.
Ex-Sicherheitsberater John Bolton: Wegen Meinungsverschiedenheiten wurde er im September entlassen

Ex-Sicherheitsberater John Bolton: Wegen Meinungsverschiedenheiten wurde er im September entlassen

Foto: JONATHAN DRAKE/ REUTERS

In einer Woche soll das Buch des früheren US-Sicherheitsberaters John Bolton erscheinen. Präsident Donald Trump wird angesichts der möglichen Enthüllungen offenbar zunehmend nervös. Nun droht er seinem früheren Mitstreiter im Fall der Veröffentlichung mit strafrechtlichen Konsequenzen.

Sollte das Buch wie angekündigt am Dienstag kommender Woche erscheinen, würde Bolton "gegen das Gesetz verstoßen", sagte Trump am Montag im Weißen Haus. Der Präsident fügte hinzu, der Fall werde vermutlich bald vor Gericht landen.

Alle Gespräche mit ihm, die Bolton in seinem Buch womöglich aus dessen Zeit im Weißen Haus zitiere, seien "streng geheim". Es sei "völlig unangemessen", dass Bolton während Trumps Amtszeit ein Buch veröffentliche.

Justizminister William Barr sagte, Bolton habe nicht den vorgeschriebenen Prozess durchlaufen, sich Passagen durch das Weiße Haus freigeben zu lassen. Trump fügte hinzu, Bolton mache sich im Fall einer Veröffentlichung strafbar. Trump sagte weiter, Bolton sei bekannt dafür, nicht immer die Wahrheit zu sagen. Nach Angaben des Verlags zeichnet das Buch das Bild eines Präsidenten, der "süchtig nach Chaos" ist. Trump sei es immer nur um seine Wiederwahl gegangen.

Veröffentlichung wurde bereits im März gestoppt

Trump hatte Bolton im September vergangenen Jahres als Sicherheitsberater geschasst - wegen Meinungsverschiedenheiten. Bolton kündigte bereits damals vielsagend an, er werde zu gegebener Zeit seine Sicht auf die Dinge darlegen. Das Buch mit dem Titel "The Room Where It Happened" (etwa: Der Raum, in dem es geschah) sollte ursprünglich im März erscheinen, die Veröffentlichung wurde aber bereits damals vom Weißen Haus gestoppt.

Laut einem Bericht der "New York Times" belastet Bolton Trump in seinem Buchmanuskript schwer. Demnach habe der Präsident ihm im vergangenen August gesagt, eine Militärhilfe für die Ukraine sei tatsächlich an Ermittlungen gegen den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber Joe Biden geknüpft. Dies würde den Hauptvorwurf gegen Trump in der Ukraineaffäre bestätigen.

asc/dpa
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