»Purer Irrsinn« E-Mails belegen Trumps Versuche der Wahlmanipulation

In den Wochen nach seiner Wahlpleite übte Donald Trump Druck auf das Justizministerium aus – mit dem Ziel, haltlose Betrugsmythen zu streuen. E-Mails zeigen nun die teils entsetzten Reaktionen der Adressaten.
Donald Trump mit dem damaligen Justizminister William Barr (im März 2020)

Donald Trump mit dem damaligen Justizminister William Barr (im März 2020)

Foto: Alex Brandon/ AP

Kaum ein Tag vergeht derzeit ohne neue Enthüllungen über dubiose Vorgänge während der Regierungszeit des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Jetzt sind weitere E-Mails öffentlich geworden, die belegen, mit welchen Nachdruck Trump im Dezember 2020 auf das Justizministerium eingewirkt hat. Er wollte damit offenbar erreichen, dass der amtierende Minister Untersuchungen in die haltlosen Behauptungen des Trump-Lagers über angeblichen Wahlbetrug einleitet.

Hätte Jeffrey Rosen diesem Druck nachgegeben, wäre diesen Verschwörungsmythen eine gewisse Legitimität verliehen worden. Vergleichbare Mails waren bereits Anfang Juni zirkuliert, damals ging es unter anderem um die haltlose »Italygate«-Geschichte. Offengelegt hat die Mails der Ausschuss für Aufsicht und Reform im US-Repräsentantenhaus. Unter anderem berichtet der britische »Guardian« darüber .

Unter anderem belegen die neuen Nachrichten, dass ein Trump-Assistent am 14. Dezember 2020 um 16.57 Uhr eine E-Mail an Rosen und den hohen Justizbeamten Richard Donoghue verschickt hat. Darin finden sich Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug im Bundesstaat Michigan. Nun eine Stunde später verkündete Trump, dass der bisherige Justizminister Willam Barr seinen Job los ist. Nachfolger wurde Rosen, mit Donoghue als Nummer zwei.

Kein Termin für Giuliani zu bekommen

Mehrfach versuchte der damalige Trump-Stabschef Mark Meadows zudem, bei Rosen einen Termin für Rudy Giuliani auszuhandeln. Dieser war damals bereits persönlicher Anwalt von Donald Trump und als solcher ebenfalls mit der Verbreitung von Wahlbetrugslügen betraut. Rosen lehnte einen solchen Termin rundheraus ab.

Im Januar versuchte Meadows dann, Rosen zu einer Untersuchung von »Italygate« zu bewegen. Bei dieser haltlosen Verschwörungsgeschichte spielen italienische Militärsatelliten eine Rolle, die angeblich aus der Ferne Wahlmaschinen in den USA beeinflusst haben sollen. Rosen leitete die entsprechende E-Mail an Donoghue weiter. Dessen Reaktion: »Purer Irrsinn«.

Meadows wollte sich laut CNN  auf Nachfrage nicht zu den neuen Enthüllungen äußern. Das Repräsentantenhaus allerdings verlangt von ihm und weiteren Beteiligten rasche Stellungnahmen.

Carolyn Maloney, Vorsitzende des Ausschusses für Aufsicht und Reform im Repräsentantenhaus, wurde deutlich: »Präsident Trump hat versucht, die wichtigste Justizbehörde dieses Landes zu unterwandern, um auf dreiste Weise eine Wahl zu stehlen, die er verloren hat.«

jok
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