Alabama Trump empfiehlt Coronaimpfung – und wird von Fans ausgepfiffen

Wenn Donald Trump auf Werbetour geht, liegen ihm seine Anhänger normalerweise zu Füßen. Nun aber hat der frühere US-Präsident bei einem Auftritt dringend zur Impfung geraten. Die Reaktion war deutlich.
Donald Trump in Alabama

Donald Trump in Alabama

Foto: Marvin Gentry / REUTERS

Maga-Mützen, US-Flaggen und jede Menge Trump-Devotionalien – so sieht es im Publikum aus, wenn der ehemalige US-Präsident einen seiner pompösen Auftritte vor den eigenen Fans absolviert. Diese hängen für gewöhnlich an seinen Lippen und bejubeln jede Äußerung ihres Idols.

Bei einem Auftritt im Bundesstaat Alabama allerdings musste sich Donald Trump ungewohnte Unmutsäußerungen aus dem sonst so wohlgesonnenen Publikum anhören. Was war geschehen? Der Republikaner hatte sich offen für eine Impfung gegen das Coronavirus ausgesprochen. Trump in Cullman, Alabama, wörtlich: »Ich empfehle, das Impfangebot anzunehmen. Ich habe es gemacht, es ist gut. Lasst euch impfen.« Daraufhin setzte es Buhrufe und anderes wütendes Geschrei aus dem Zuschauerraum.

Als Reaktion sagte Trump laut dem britischen »Guardian« : »Ist schon okay. Das passt schon. Ihr habt eure Freiheiten«. Und dann weiter: »Aber ich habe den Impfstoff nun mal schon bekommen. Wenn er nicht wirkt, seid ihr die Ersten, die es erfahren. Okay?«

Trump selbst hatte sich kurz vor dem Ende seiner Amtszeit gegen das Virus impfen lassen. Er war 2020 bereits an Covid-19 erkrankt. Zuletzt hatte er sich mehrfach, unter anderem in dem einflussreichen Sender Fox News, für Impfungen ausgesprochen.

Politiker buhlen um die Impfverweigerer

Umfragen zufolge betrachten in den USA vor allem viele Republikaner die Coronaimpfung mit Skepsis. Zuletzt war die Impfkampagne der Regierung ins Stocken geraten – vor allem, weil sich viele dieser sogenannten Impfskeptiker nicht gegen das Virus schützen lassen wollen.

Diese nicht eben kleine Gruppe wird zunehmend politisiert. Zahlreiche republikanische Politiker buhlen um Wähler, indem sie etwa gegen das Tragen von Schutzmasken wettern. Dabei bringen sie immer wieder den vermeintlichen Schutz der persönlichen Freiheiten als Rechtfertigung vor.

Zuletzt hatte Präsident Joe Biden unter anderem den Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, offen für seine Blockadehaltung im Kampf gegen Corona kritisiert. DeSantis macht sich, wie viele andere im konservativen Lager, Hoffnungen auf eine mögliche Nominierung seiner Partei für die Präsidentschaftswahl 2024.

jok
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