Ehemaliger Präsident Trump fabuliert von Außerkraftsetzen der US-Verfassung – und löst Empörung aus

Donald Trump hat erneut behauptet, um eine zweite Amtszeit betrogen worden zu sein – um dann zu erklären, dies rechtfertige die Aufhebung sämtlicher Regeln. Kritik folgte umgehend, nicht nur aus dem Weißen Haus.
Donald Trump Anfang November bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio

Donald Trump Anfang November bei einer Wahlkampfveranstaltung in Ohio

Foto: Gaelen Morse / REUTERS

Der frühere US-Präsident Donald Trump hat mit einer Äußerung über eine Außerkraftsetzung der Verfassung für Empörung gesorgt. Trump hatte in seinem Onlinenetzwerk »Truth Social« am Samstag erneut seine Falschbehauptung verbreitet, er sei bei der Präsidentschaftswahl 2020 durch Betrug um eine zweite Amtszeit gebracht worden. Dazu erklärte er weiter: »Ein massiver Betrug dieser Art und dieses Ausmaßes ermöglicht die Aufhebung aller Regeln, Vorschriften und Artikel, sogar derjenigen, die in der Verfassung stehen.«

Das Weiße Haus verurteilte Trumps Äußerung umgehend. »Die Verfassung und alles, wofür sie steht, anzugreifen, ist ein Gräuel für die Seele unserer Nation und sollte allgemein verurteilt werden«, erklärte der Sprecher Andrew Bates. »Du kannst Amerika nicht nur lieben, wenn du gewinnst.«

Auch Mitglieder der Demokraten von Präsident Joe Biden griffen Trump scharf an. »Er fordert ein Ende der konstitutionellen Demokratie Amerikas«, erklärte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer. »Er ist außer Kontrolle und eine Gefahr für unsere Demokratie.«

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Der Abgeordnete Ted Lieu wies Trumps Äußerung als »antiamerikanisch und faschistisch« zurück. Der Abgeordnete Don Beyer erklärte, Trump habe sich damit »offen zum Feind der Verfassung erklärt«.

Kritik kam auch von einigen Republikanern. Der Abgeordnete Adam Kinzinger bezeichnete Trumps Äußerung als »verrückt«. Kein Konservativer könne ihn nun noch unterstützen. John Bolton, der bis zu einem Zerwürfnis Trumps Nationaler Sicherheitsberater war, erklärte, »alle echten Konservativen« müssten eine Kandidatur Trumps bei der Präsidentschaftswahl 2024 nun verhindern.

Der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird am 5. November 2024 gewählt. Trump hat im vergangenen Monat erklärt , dass er sich um die Kandidatur bewerben will.

aar/AFP
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