Razzia in Mar-a-Lago FBI erhielt Durchsuchungsbefehl wegen Spionageverdachts gegen Trump

Bei der Durchsuchung von Donald Trumps Wohnsitz in Mar-a-Lago hat das FBI laut US-Medien hochbrisante Dokumente sichergestellt. Grünes Licht für die Aktion gab es demnach, weil man um die nationale Sicherheit fürchtete.
Foto: OLIVIER DOULIERY / AFP

Bei der Durchsuchung des Anwesens des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump in Florida, Mar-a-Lago, soll die Bundespolizei FBI einem Bericht des »Wall Street Journal« (WSJ) zufolge elf Datensätze vertraulicher oder geheimer Dokumente beschlagnahmt haben.

Den Durchsuchungsbeschluss erhielt der Geheimdienst wegen hinreichenden Spionageverdachts. Der speist sich daraus, dass Trump offenbar Dokumente nach Florida mitgenommen haben soll, die als streng geheim klassifiziert waren und nur in besonderen Regierungseinrichtungen hätten eingesehen werden dürfen. Die Liste der beschlagnahmten Dokumente enthält dem WSJ zufolge keine Einzelheiten zu deren Inhalten.

Zahlreiche Bundesgesetze verbieten den Missbrauch von geheimem Material, darunter das Spionagegesetz sowie ein weiteres Gesetz, das die »unbefugte Entfernung und Aufbewahrung« von geheimen Dokumenten oder Material verbietet. Trump selbst hatte dafür während seiner Amtszeit die Strafen verschärft. Es drohen seither bis zu fünf Jahren Gefängnis.

Große Eile – offenbar wegen großer Besorgnis

Laut dem US-Magazin »Politico«  wurden die Dokumente noch am Freitag entsiegelt. Dem Bericht nach wurde die Gefährdung der nationalen Sicherheit als so groß eingeschätzt, dass Justizminister Merrick Garland vergangene Woche den Durchsuchungsbeschluss beim Ex-Präsidenten genehmigte – ein beispielloser Vorgang.

Insgesamt hätten die FBI-Agenten rund 20 Kisten mit Gegenständen, Ordnern mit Fotos, eine handgeschriebene Notiz und das Gnadengesuch für Trumps Verbündeten Roger Stone aus Mar-a-Lago mitgenommen, so das WSJ. Die Auflistung der Gegenstände habe zudem Informationen über den »Präsidenten von Frankreich« enthalten, hieß es weiter. Trump teilte dagegen am Freitag mit, alle Dokumente seien freigegeben gewesen, also nur früher geheim oder vertraulich gewesen.

Die »Washington Post« hatte zuvor bereits berichtet, dass das FBI bei der Durchsuchung des Anwesens auch Geheimdokumente über Atomwaffen gesucht habe . Trump hatte auch das dementiert.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieser Meldung wurde Merrick Garland als »Generalbundesanwalt« bezeichnet. Tatsächlich ist »attorney general« in den USA auf Bundesebene die Bezeichnung für den Justizminister. Wir haben die Angabe korrigiert.

sak/sol/dpa/AP/Reuters
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