Nach Vergiftung Nawalnys Trump fordert Stopp von Nord Stream 2

Der US-Präsident hat erneut den Bau der Ostseepipeline kritisiert. Während die USA die Bundesrepublik vor Russland beschützten, mache Berlin mit Moskau Geschäfte. Trump glaubt, die Gründe dafür zu kennen.
Donald Trump bei der Pressekonferenz in Washington

Donald Trump bei der Pressekonferenz in Washington

Foto: MANDEL NGAN / AFP

Nach der Vergiftung des russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny hat US-Präsident Donald Trump erneut einen Stopp der Ostseepipeline Nord Stream 2 gefordert. Die USA und die Nato beschützten Deutschland vor Russland, während Berlin Milliarden an Moskau zahle, kritisierte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz vor dem Weißen Haus. "Wieso macht Deutschland ein Geschäft, Russland Milliarden zu geben, während wir Deutschland vor Russland beschützen. Wie soll das gehen?", sagte Trump - und wiederholte damit seine bekannte Kritik an dem Projekt.  

Auf die Frage eines Journalisten, ob Trump Forderungen nach einer Einstellung des Pipelineprojekts befürworte, sagte er: "Sicher". Er sei einer der ersten gewesen, die das gefordert hätten. Trump spekulierte aber, dass Deutschland womöglich bei der Energieversorgung so abhängig von Russland sei, dass ein Stopp gar nicht möglich sei. "Deutschland ist in einer geschwächten Position beim Thema Energie, sie schließen alle Kraftwerke", sagte er. 

Die Pipeline Nord Stream 2 wird durch die Ostsee gebaut und soll Erdgas von Russland nach Deutschland transportieren. Auch in Deutschland wird inzwischen diskutiert, ob man das Projekt als Reaktion auf die Vergiftung Nawalnys stoppen oder aussetzen sollte. Die US-Regierung und Trumps Republikaner im Kongress sind seit Langem gegen das Projekt und versuchen, den Bau mit Sanktionen zu stoppen.  

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Die Bundesregierung betrachtet es nach Untersuchungen in einem Speziallabor der Bundeswehr als zweifelsfrei belegt, dass Nawalny mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Der Oppositionspolitiker wird derzeit in der Berliner Charité behandelt, mittlerweile reagiert er auf Ansprache. Moskau bestreitet eine Verwicklung in den Fall. 

pgo/dpa