Erneute Nominierung US-Präsident für Friedensnobelpreis vorgeschlagen

Sein eigenes Land wird von Unruhen erschüttert. Dennoch ist US-Präsident Donald Trump abermals für die höchste Auszeichnung für Bemühungen um den weltweiten Frieden vorgeschlagen worden.
US-Präsident Donald Trump

US-Präsident Donald Trump

Foto: JIM WATSON/ AFP

Ein norwegischer Abgeordneter hat US-Präsident Donald Trump für den Friedensnobelpreis 2021 vorgeschlagen. Anlass seien Trumps Bemühungen bei der Vermittlung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten, sagte Christian Tybring-Gjedde, der für eine rechte Partei im norwegischen Parlament sitzt. Trump sei mit seiner Friedenspolitik "ein einmaliger Deal" gelungen, begründete er.

Es ist bereits das zweite Mal, dass Tybring-Gjedde Trump für die Auszeichnung vorschlägt. 2019 gab er als Grund dessen diplomatische Bemühungen im Umgang mit Nordkorea an. Dieses Jahr habe er ihn außerdem wegen des Truppenabzugs aus dem Irak nominiert. Das norwegische Nobelpreiskomitee wollte zu der Einreichung nicht Stellung nehmen.

Trumps Politik habe zum Frieden zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten beigetragen und ermögliche somit weiteren Frieden im Mittleren Osten, sagte Tybring-Gjedde. "Ganz gleich, wie Trump sich zu Hause verhält und was er auf Pressekonferenzen sagt", so der Norweger, "er hat auf jeden Fall eine Chance, den Preis zu bekommen."

Trump reagierte auf die Nominierung bei Twitter: "Vielen Dank!" Zudem retweetete der US-Präsident eine Reihe von Links zu Medienberichten und Glückwunsch-Tweets. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, sagte im Fernsehsender Fox News: "Dieser Präsident hat Frieden rund um die Welt geschaffen."

Trumps Berater für nationale Sicherheit, Robert O'Brien, hatte umgehend nach Ankündigung der Vereinbarung zwischen Israel und den Emiraten den US-Präsidenten als "Spitzenreiter" für den Friedensnobelpreis ins Gespräch gebracht. Trump selbst hatte bereits im vergangenen Jahr gesagt, er würde den Nobelpreis "für viele Sachen" bekommen - "wenn man ihn fair vergeben würde, was nicht der Fall ist". Trumps Vorgänger Barack Obama war bereits zu Beginn seiner Amtszeit mit einem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.

Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen am 15. September in Washington ein Abkommen zu der Mitte August angekündigten Normalisierung ihrer Beziehungen unterzeichnen. US-Präsident Trump erwarte zu diesem "historischen" Termin Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu und den Außenminister der Arabischen Emirate, Abdullah bin Said, erklärte das Weiße Haus. Durch das Abkommen würden die Emirate nach Ägypten und Jordanien das dritte arabische Land, das diplomatische Beziehungen zu Israel unterhält.

Tausende Menschen weltweit können Nominierungen für den Friedensnobelpreis einreichen, unter ihnen Abgeordnete und Regierungsmitglieder, Universitätsprofessoren und bisherige Nobelpreisträger. So gehen regelmäßig mehrere Hundert Vorschläge ein. Die Frist, um diesjährige Kandidaten vorzuschlagen, endete im Januar. Der Empfänger des Friedenspreises 2020 wird am 9. Oktober ins Oslo bekannt gegeben.

ire/als/Reuters/AP
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