Verstoß gegen Corona-Auflagen Trump hält erste Massenkundgebung in einer Halle seit Ende Juni ab

Im US-Bundesstaat Nevada verbieten Corona-Regeln große Versammlungen in geschlossenen Räumen. Präsident Trump war das offenbar egal. Er ließ sich von Tausenden Anhängern in einer Halle bejubeln.
US-Präsident Trump in Nevada: Lediglich auf den im TV gut sichtbaren Rängen trugen die meisten seiner Anhänger Masken

US-Präsident Trump in Nevada: Lediglich auf den im TV gut sichtbaren Rängen trugen die meisten seiner Anhänger Masken

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

Eigentlich sind die Regeln im US-Bundesstaat Nevada klar: keine Versammlungen mit mehr als 50 Teilnehmern. So sieht es seit Mai eine Richtlinie vor, die helfen soll, die Verbreitung des Coronavirus zu stoppen. Sie basiert auf Empfehlungen aus dem Weißen Haus. Doch einer hält sich überhaupt nicht daran: der Präsident Donald Trump.

Zum ersten Mal seit Ende Juni hielt Trump eine Wahlkampfkundgebung in einer geschlossenen Halle ab. Über eine Stunde lang sprach der Republikaner vor Tausenden Anhängern in der Produktionsstätte eines Baumaschinenherstellers in der Stadt Henderson, die in Nevada liegt.

DER SPIEGEL

Damit verstieß Trump offen gegen die Auflagen des Bundesstaates und gegen die Empfehlungen seiner eigenen Regierung. Viele der Trump-Fans in der Halle trugen keine Gesichtsmasken. Lediglich auf den Rängen hinter Trump, die auf TV-Bildern kontinuierlich zu sehen waren, setzten die meisten Zuschauer einen Mund-Nasen-Schutz auf.

Trump-Fans in Nevada: Meist ohne Mund-Nasen-Schutz

Trump-Fans in Nevada: Meist ohne Mund-Nasen-Schutz

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

"Sagen Sie Ihrem Gouverneur, er soll Ihren Staat öffnen", sagte Trump unter Verweis auf Nevadas Regierungschef, den Demokraten Steve Sisolak. Dieser hatte kurz vor Beginn der Veranstaltung Trump scharf kritisiert. Der Präsident handele "rücksichtslos und egoistisch" und bringe "zahllose Menschenleben" in Nevada in Gefahr, twitterte Sisolak. Trump glaube wie üblich, dass Regeln nicht für ihn gelten.

Steigende Infektionszahlen nach Trump-Veranstaltung im Juni

Eine Sprecherin der Stadt Henderson sagte dem Sender CNN, die Veranstaltung verstoße gegen Nevadas Corona-Bestimmungen. Derzeit seien sowohl im privaten als auch im öffentlichen Rahmen Versammlungen von mehr als 50 Personen verboten. Der Maschinenhersteller könne als Gastgeber der Veranstaltung zudem seine Geschäftslizenz verlieren.

Trumps Wahlkampfteam erklärte, man messe bei der Veranstaltung Körpertemperaturen und stelle Masken und Handdesinfektionsmittel bereit. Bei Trumps Kundgebungen tragen Teilnehmer jedoch oft keine Masken und wahren häufig keinen größeren körperlichen Abstand.

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Zuletzt hatte Trump im Juni gegen den Rat von Gesundheitsexperten eine Wahlveranstaltung vor Tausenden Anhängern in einer geschlossenen Halle abgehalten. Lokale Gesundheitsbehörden in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma führten den Anstieg der Coronavirus-Infektionen im Bezirk auch auf diesen Wahlkampfauftritt zurück.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern infizierten sich bislang rund 6,5 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2, rund 194.000 Menschen starben. Obwohl die landesweite Zahl der Corona-Fälle nach einem starken Anstieg im Juli zuletzt wieder zurückging, raten Experten auch mit Blick auf die anstehende Grippesaison weiterhin, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und Abstand zu halten.

kev/dpa
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